Physical Geography: History (8°)




Source: Nachl. Johann Gottfried Herder XXV.46a (Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)

Group 2: XXV.46a-2 (8°, 10 pp.) Pages 1-10.


Group 2 consists of a 16 pp. signature with 15 pp. of text, written in ink, on physical geography (page 15 of the manuscript contains notes from a metaphysics lecture). Pages numbered in pencil by a librarian. This group contains notes on: History (10 pp.) and Humans (5 pp.).

Apart from discussing section 8 (“history of the great changes the earth has suffered”), the pages below also include small fragments of the sections preceding and succeeding this one: the first page discusses material in section 7 (“on the relationship between the weather and the seasons”) and the last page (p. 10) contains eight lines devoted to section 9 (“on seafaring”).

Page Comparison


[XXV.46a-2(16)] ms 1



[Siebentes Hauptstück]
[Von dem Zusammenhange der Witterung mit den Iahreszeiten][1]

/ Die Wärme und Kälte dependiren oft mehr von der Hohe als dem Klima,

z.E. in Peru Doppelte Wärme etc. sie hangt auch von den benachbarten Meeren ab: z.E.

[a]; das Meer bricht sehr den Winter, weil das Meer durch seine Bewegung nie ganz durch

[b] den grosten Grad der Kälte: in einer gewißen Tiefe ist beständige Temperatur

und die Seewinde temperiren die Kälte: z.E. Bergen in Norwegen gemaßigte Kälte in

Gebürgen unausstehlich: – Nordkap gemassigt so auch Inseln. – In einigen Ländern ist

unbegreifliche unerklärliche Kalte z.E. in Nordperu, Nordamerika z.E. Virginien etc.

Europa ist sehr mit Meeren durchschnitten; – auch auf dem[c] Kontinente gemässigt: – Mairan[d]

und Gruner[e] finden,[2] daß der Schnee auf den Felsen ˚nicht schmelze, auf lockrer Erde wohl ⁅Mairan

schreibt es dem Centralfeuer zu: vielleicht ist daher Nordasien und Südland

in gleichem Grad der Breite weit kälter als Europa:[3] – Die Astronomen[4] haben davor eine

sehr scheinbare Ursache erfunden: da die Erde sich in einer Ellipse um die Sone bewege

so sind vom Frülings bis Herbst aequinoctio 8 Tage mehr als im Herbst bis

Frülings aequinoctio. – Die Länder im Süd hemisphaerio haben 8 Tage weniger Sommer,

also den 30 theil weniger Sommer als wir: – in 30 Jahren 1 Sommer weniger 300 Jahre

10, 3.000 Jahre 100 Sommer weniger – folglich bliebe ihre Hemisphäre um so viel kälter als die

Sommer abgerechnet, und davon ihre größere Kälte etc. allein denn würden wir vor

100 Jahren eben so viele Sommer weniger und also eben solche Kälte gehabt haben, dies

ist aber wider die Historie: Es mag aber wohl das Treibeis daher ˚nicht so weit nach Süden

gehen, weil es durch die Lage der Küsten nach Westen deklinirt: – Es ist ˚nicht blos eine Sage

(in Schweden Englischen Amerika) sondern auch anderwerts bekant, daß vormals kälter gewesen

z.E. Norditalien Deutschland (siehe Cäsar)[5] – – dies ist aber blos nach dem Gefühl ‹und das @tr¿¿@›

in Rom ‹aber auch› zu Horaz Zeiten die Tiber[6] gefror; Copronymus.[f] das schwarze Meer;[7] Cäsar

Rhone, über die er ging mit der ganzen Armee:[8] Ovid am Nieper[9] jezt ein Paradies:

Daher auch EisKolossen, weil das Eis geschmolzen ist, die erst das Thal vollfüllten, und

jezt Thürme machen: – Manche Gegenden vormals acceptibel: die jezt ˚nicht; hingegen

in Norden vormals weniger Kälte: z.E. @Fahrhütten@ im Eismeer: [g] siehe

P.rofessor Müller[10] = das Klima hat sich gemildert etwaz, da die Wälder ausgehauen:[11] vor-

mals Madera, Virginien, Deutschland und alle unbewohnte Länder @sind@ Wald

daher kälter: weil wegen des Schattens, des Bleibens des[h] Schnees etc. = vielleicht: auch weil die Erde mit

der Zeitfolge mehr erwärmt: – Doch dies ˚nicht genug: sonst konte es genau

@auf@ Jahre bestimmt werden – der innere Erdbau die meiste Ursache und unbekandt.

Salpeter macht kalt, z.E. China, Tartarei: ist Salpeter Luft[11] etc. viel Regen macht

kalt z.E. Winter unter dem Aequator; durch die Wolkengüße werden zwar die Höhen @geringer / grun@

[datum: 03.04.2019]


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/ aber auch oft unfreundlich. Dies ist Indianischer Winter oft in weniger Zeit aus @Winter@

in Sommer z.E. in Malabar 6 Wochen eher Sommer als Coromandel, wegen des

Gebürges dazwischen

[Achtes Hauptstück]
[Geschichte der großen Veränderungen,
welche die Erde ehedem erlitten hat und noch leidet][1]

/ Alte Geschichte der Erde: aus Original Akten der Natur (˚nicht Büchern)

/ Die Erde nach Menschengedenken ist unendlich alt, daher ˚nicht Menschen sagen, sondern die Data der Natur

[§1. Von den allmähligen Veränderungen,
die noch fort dauren][2]

/ Erdbeben[3] große Veränderungen des Erdbebens: – Veränderung 1) allmälig, da noch jezt und[a] ins ¿¿¿ @unendliche \ medl@ d¿¿¿[SN:‘durch’?]

   z.E. in Peru Strata gebrochen @Berge@ um 2) allgemeinen, und daher kunftig zu prospiciren

   gekehrt. Moro sagt in ganz Italien käme man im graben auf Lawa, daher Erdbeben

   allgemein: – nach und nach erst beruhigt, da sie im Gleichgewicht: – Die Schichten müsten

   also entweder nachher entstanden seyn oder nur von Erdbeben berührt: daher ˚nicht eben

   (wie Moro, Ray[b] meint)[4] alle Berge daher entstanden, ob gleich bisweilen z.E. [c]

/ Regen[5] mit der Zeit große Veränderungen – kleines in langer Zeit, große Veränderung – Sie spülen […]

   @füllen@ Thäler aus. Dies füllt Thäler aus Daher die Erde immer mehr @applanirt@[…]

   daher die Flüße weniger Waßer jezt: einst gar ˚nicht Flüße: und die Mee[…]

   Die Erde ist ihr Tod: alles [d] dauert nur eine Zeit lang: die Na[…]

   zum Verderben: – dieselben Kräfte die den Menschen nahren arbeiten an seinem Tode: das waz @d@[…]

   regelmaß – Daher Berge jetzo niedriger z.E. Athos: – daher Flüße […]

   Abnahme der Absteigung auch mehr schleichen

/ Ströme, die theils abreissen, teils ansetzen, und also sehr verändern z. […]

   bei steilem Abhang, wuschen sie das Flutbette weg, und verniedr […]

   betten: es @sey@ denn, auf Felsen: b) daß sie durch die Ueberschwemmung ihr […]

   formirt haben. Ströme die zuerst im Thale liefen musten eine b[…]

   machen an die[e] See, nach der Lage der Thäler: z.E. Egyptisch Delt […]

/   Mißisippi viele Meilen umher lauter FlußschleimErde:

/   Amazonenstrom eben so: die Leute wundern sich über Steine, und stecken sie bei

   sich: – das Land ist wie Waßerfläche gleich. Er muß also vormals das

   Land überschritten – Im Anfange musten lauter Gießbäche seyn, die in

   Thälern Landseen machten: – Am Ort der grösten Abhänge musten sie ihren

   grösten Zug haben, ihren Schlamm sezten sie ˚nicht da wo er so schnell […]

   sen zu beiden Seiten ab: dies wurden Ufer und so ward das Bette […]

   konnte er [f] auch hoher fließen als das Land umher [g] @daher@

   ergoß [h] er sich aufs Land umher, setzte Schlamm ab, am hoh […] @sich@

   nahe: daher Ufer: manche Ströme z.E. Rhein Po @Holh@ : und ¿¿¿ ¿¿¿

[datum: 03.04.2019]


[XXV.46a-2(2)] ms 3



/ haben die Ufer nur vergrößert durch Dämme um den höchsten Stand des Waßers

ein zuhalten: – Daher bei Mündungen großer Ströme, sich neues Land ansezt

z.E. Maßisippi, weil sie bei der Ueberschwemmung Schlamm aus sezzen: so z.E.

das Delta vormals ˚nicht war, [a]Daher vor Herodots Zeiten[1] der Pharus

weit vom Land war, eine Tagereise des Schiffs: – dadurch [b] haben aber die

Flüße immer weniger Waßer.

/ Meeresveränderung:[2] – Das Meer soll sich nach den Beobachtungen an den meisten Küsten zu-

ruckziehen, ‹b)› niedriger werden: z.E. in Egypten foa zu Kreuzzügen Zeiten Hafen jetzt

[c] @Meilen@ davon – Rosette vor 40 Jahren eine Meile !weiter zurück: – Preußisch Holland

[…] @vorm@als an Drausen[3] (jetzt 1 Meile davon) daher Winkel an Mauren vor

[…] e: – Schifffahrzeugs Rudera ‹@Kotschew \ Katschew@›[d] an Eismere weit davon P.rofessor Müller.[4]

[…] efel ‹bei Stockholm›[e] am bothnischen Meerbusen sind Felsen: wo Seehunde geschossen sind und von

[…] n gemiethet ward. – in Stadtbüchern nach der Ausrechnung Celsius[5]

[…] ¿ im Jahrhundert: daher Felsen abgeschossen: – Skandinavien (Norwegen

[…] hweden) vormals Insel da vielleicht Weiße und Ostsee zusammengehangen: und

[…] @Linn@äus will hieraus, daß die Erde erst ganz bedeckt gewesen:[6] bei Pfou-

[…] ¿ WaßerKanale jezt weit hoch ist als zum Gebrauch, Waßerträge[f]

[…] ¿rfahr. d wieder sprechen: z.E. Pontoppidan in[g] Finnland alte Bäume,[7]

[…] ¿00 Jahr [h] alt an der See 4 ˜Fuß über der See erhaben: müsten vor @400@ Jahren

[…] ¿ber gestanden haben, nun wachsen ˚nicht Bäume in der See: – Schloß ‹bei Dunneck›[i]

[…] ‹Felsen›[j] See 800 Jahr alt, und müste also in der See gestanden haben:[8] – Der Markus Pallast

in Venedig: hat Treppe von Marmor in die Gondeln zu steigen die jezt in Fluthen

unter Waßer sind: – Daher muß See gestiegen seyn: denn er ˚nicht so regelmaß @sincken@

Kirche in Ravenna unter Theoderic[k][9] erbaut, ist jezt in Fluthen überschwemmt

@Cruquius@[l] unter den Schriften zu Harlem:[10] daß die See gegen Holland höher stehe:

[…] @Ein@) Merkzeichen – die Dämme: sieht voraus, daß Holland einst eine Seebeute gewesen ist ‹und eigentlich ein Boden der See sein soll›[m]

[…] @vormals@ Land zusammen gehangen die jezt getrennt: Wolfe aus England in Frankreich, durch

[…] ¿hang: – ‹@vorher herein gekommen@›[n] Inseln vorher zum vesten Land: Ceilon mit Indien: Sicilien

@mit@ Italien (Ovid)[11] Africa mit Spanien:[o] Orkaden haben solche wilden Thier ˚nicht und @ursprüngliche@[p] Insel

das Meer wird niedriger: Die Philosophen haben dies daher erklären wollen, daß durch den Regen

blos @die@ Pflanzen wachsen: (z.E. Tulpen im Waßer) das Regenwaßer komt blos aus Meer,

und daher muß Meer abnehmen, und Erde zunehmen, weil es in den Pflanzen mehr Erde

[datum: 03.04.2019]


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/ absetzt: (Boerhaave[a] hat auch in der Chymie[1] solche Verwandlung bemerkt) […] @aber ˚nicht@

gnug, die Abnahme zu erklären. 2) Pontoppidan[2] führt an, daß da so viel ˜Wasser

auf Gebürgen in Eis und Schnee hinunter falle, und da liegen bleibt, so muß […]

aber auch das ˚nicht genug: – [b]Celsius Erfahrungen bei Gefel ʾObiectio: !der Felsen kan […]

ʾResponsio und solche veste Körper: – waz wird denn ˚nicht be [Text breaks off.]

/ Eustachius Manfredi[3] von der Kirche zu Ravenna die überschwemmt – ˚nicht gesunken, s[…]

weil sie nie ganz gleichförmig sinkt. – Browallius aus Abo – und … aus Lund[4] in Schonen @können@

zwar ˚nicht Celsius in Zweifel ziehen (Magistrats Büchern zum Intereße führen aber @Bammen@ etc. etc.

Unser Urteil wird darnach etc. Einbrüche der See: (aus den Historien) Dollart[5] im Anfang 14 Saeculum

in einer ˚Christnacht so viele Dörfer versenkt: – [c]Südersee komt man mit Ankern […]

Häusern:

/ Winde:[6] – insofern sie die See über Küsten übertreiben: – z.E. Sandbanck (@Ligger@) in […] @Holland@

   @in@ ⁅sofern sie⁆ Sand aufheben können: z.E. in Bretagne von einer Landesspitze, die e[…]

   Sandbank war, und jezt Kirchspitzen hervorragen: die Wandrer ihre [Text breaks off.]

   Palmyra (Heliopolis) Balbeck jezt Sandwüste aber ˚nicht immer so: sondern blühend Zenobia:[7]

   Sand aus der Wüste: – Kriege haben Einwohner weggerufen, sonst hätten sie durch @Veränderung \ Verbesserung@

   den Sand abhalten können: z.E. das Paradies bei Pillau[8] halt Sand auf

   Barca vorher beßer

/ Frost: – Alle gefrierende @Flüßigkeiten@ dehnen sich aus sprengen aus ein ander, – das im Felsen g[…]

   Waßer sprengt Felsen: und rollt große Steine fort, die große Veränderungen machen z.E. […]

/ Menschen:[9] die die Ursachen der Veränderung vorhersehen können, haben der Natur andere Direktion ge[…]

   z.E. Dämme in Holland: – Morräste austrocknen: –

[§2. Denkmaale der Veränderungen,
welche die Erde in den ältesten Zeiten ausgestanden][10]

/ Alte Veränderungen der Erde aus Historien und Denkmälern der Erde: –

[A. Beweißthümer daß das Meer ehedem die ganze Erde bedecket habe.][11]

/   Keine Länder (ausgenommen das höchste Peru) haben Merkmale, daß sie Boden der See ge[…]

   z.E. Frankreich Alpen etc. – 1) Muschelschichten in Bergwerken: – Seegraß etc. verstein[…]

           Fische Zähne des [d] Heufisches (3 Reihen Z[…]

           die offenbar zeigen, daß sie Seegrund gewesen: – die @Meisten@ fol[…]

           [e] Pflanzen die gefunden werden, sind Indisch.

/           Bei Tourraine eine Muschelschichte auf hohen Bergen[12] […]

           Schuh hoch, so wie am keinem Seeorte: – Bauren @düngen@[…]

           Erde, da diese sie locker (˚nicht fett machen

/         2) Produkte der Erde z.E. Nußstrauch etc. etc. über denen oft […]

           Muscheln sind: – also [Text breaks off.]

/ Die Erde muß also lange Seegrund gewesen sein – wegen der Vielen Muscheln (˚nicht blos Jahre)

[datum: 03.04.2019]


[XXV.46a-2(4)] ms 5



[B. Beweisthümer, daß das Meer öfters in festes Land
und dieses wieder in Meer verwandelt worden.][1]

/ […] Erd und Seeschichten abwechseln, so müßen wiederholte Ueberschwemmungen sein –

/ […] Lüneburg[2] – bis Braunschweig findet man in Schichten ganze Wälder, die vermutlich

[…]e niedergelegt worden, – denn die sich wieder zurück gezogen und [Text breaks off.]

[…] ein Steinpflaster von alter Stadt tief: – wenn man 40 ˜Fuß grabt, so kommt Waßer

[…]ssen die Haselnüße, Kraut mitbringen etc. Landesprodukte[3]

/ […] mehr als eine See und Landrevolution: – die See viele Jahrhunderte gestanden

/ Schweiz: – ein Schiff[4] mit Menschengerippen in Alpen: das[a] müssen Seeklippen gewesen sein wo es gestrandet

/ England im Torfgrunde Bäume mit Axten behauen

/ Marmorbrüche: wo mitten im Stein viele Landthiere gefunden – – ja, bewun@derns-

würdig@! – lebendig! – Kröte![5] z.E. bei Stockholm einige Faden im Marmor in !einen

glatten Loch, wo etwaz Waßer drinnen, – sie war blind, mit harter Haut, daß man sie drucken

[…] In England lebendige Frösche in Marmor: – Marmor muß erst schlammig gewesen, und

da sind sie gesunken – erweiterten den Raum um sich – eine Nahrung! – sie hatte keine

nothig, weil die Materie um sie keine excremente erlaubte: also kein Abgang: – sonst keine

lebendige Thiere, als Frösche und Kröten: – sonst versteinert: z.E. in Mansfeldischen versteinern

Fische in großer Menge mit ofnem Munde, als wenn sie gekocht würden:[6]

/ Man findet viele @Nüße@: oft: und so gar auf dem Berge Libanon Melonen versteinert:

(d¿¿¿ !so flüßig und doch etc.) wahre: – denn @wie andere gesagt@ haben sind die kleinsten Fäserchen

blos durch Waßer (sonst [b]würden sie gefault sein) waz sich zurückgezogen:

/ […] Mammondsknochen (Mammond erdichtet Thier, waz in Erde gräbt) in Siberien

[…]eigentlich Elephanten ⁅knochen⁆ sonst auch Krokodilknochen – also @wechsel weise änderung@ =

/ […]Figur der Berge: – sie haben ausspringende Winkel parallel den einspringenden: –

[…]Bourguet[c] und nachher Buffon _ Lulofs[d][7] hat selbst die Observation in Zweifel gezogen

[…]Bergreihen [e] ˚nicht völlig ohne Regel und Ebenmaß; sondern einen Thal zwischen 2 Bergen ist die Abdachung

[…]es @3ten@ Berges entgegengesezt ist: Diese Gebürgen Lage ist wie ein Gang im @Lazu@

[…]d Vestungs – und die künstliche Mechanik kann ˚nicht zur Absicht des Schöpfers ohne

[…]@bestimmten@ Grund gemacht [f] werden: – es ist vielleicht eine Wirkung der [g]bloßen Mechanik

[…] so wie die Flüße diese Figur bekommen: – so auch die Berge, so [h] die Erde überschwemt

[…]Gruner[i][8] bestätigt dies, der den Jura etc. und alle[j] Alpen besehen, und haben bei den Glätscher

[…] so @gar@ eben derselbe aus und ein springende Winkel gebe: und daher auch die Erde etc.

[C. Theorie der Erde, oder Gründe der alten Geschichte derselben.][9]

/ Hypothesen zur Erklärung dieser Großen Revolution

/ […] @Die Sünd@ Flutt ist die bekanteste – heilige und Profane Skribenten – Daher Scheuchzer[10] etc.

@Sündfluth@ @aber@ ein Jahr nur; nur ½ Jahr gestanden: daher aber ˚nicht alle Veränderungen

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[XXV.46a-2(5)] ms 6



/ z.E. viele Erdschichten aufgeführt – ganze Berge entstanden – große Muschelschichten

Also eine größere – und mehr Ueberschwemmungen als eine: – Es bleibt doch noch

viel unerklärlich: – woher Raubthiere von andern abgeschnitten worden: es

müssen also noch späte Revolutionen gewesen sein.

/ Burnet:[1] vorher regelmäßige Figur: Erde flach, trocken, ohne Gebirge und Waßer,

und die jezzige Oberfläche seyn Rudera der vorherigen gut gestalteten: – Seen unter

einer dicken Erdschichte, die durch Sonne und unteres Waßer befruchtet – Nachher durch Einsinken

eine andere Gestalt, Waßer [a] Berge – Erdaxe vorher ˚nicht inclinirt: und der Aequator

vorher ˚nicht mit der Ekliptik 23 ˜Grad 28 ˜Minuten ˜Winkel gemacht: sondern gleich: – Dieses alles sehr dreist

/ ʾObiectio. die gröste Schohnheit wäre aufgehoben – durch das beständige Klima [b] Pole unbewohnt

   alles [Text breaks off.]

/ [c]Whiston,[2] lebte zu Newtons Zeiten (der die Kometen als alte richtig laufende Sterne

bewieß, und vermutete, daß sie ˚nicht bewohnt werden, sondern der Sonne Nahrung geben) Dies

heckte im Whiston neues System aus: – daß Erde Komet gewesen, @deren@ Umbildung

eine[d] Erde blos Moses beschreibt[3] – Es werde Licht! d. i. die Atmosphäre senkte

dick herab, daß das Sonnenlicht durchbrach: – ˜Gott schuff Sonne etc. sie wurden zusehen ¿

Damals Erde in 360 Tagen sich umgekehrt – Vor der Sündflut keine Meere,

Flüße (Paradies Flüße prophetisch) dies will er !‹1)› aus dem Thau herleiten, kein Regen

keine Meere; daher kein Regenbogen, der nach der Sündflut erst gesezt ist – ‹2)› Noah[e][4] Kasten

den andere hätten nachbauen können; ‹1)› und den sie im trocknen

/ Bei dem Fall des Menschen Komet schüttete Pest auf die Erde und Sterblichkeit aus

‹mit seinem Schweif› ⁅bei⁆ der Sündflut — — sogar mit der Atmosphäre ihn berührt: und

zwar derselbe der 1680 erschien[5] von Newton bemerkt, sehr nahe an der Sonne, 1/6

vom Sonnendiameter von der Sonne weit in 575 Jahren soll er Umlauf haben

und will es aus der Historie beweisen, und die Ogyges[6] und @Denkmale@ die Sündfluth seyn

2 Epochen davor.

/ Heyn führt aus dem Talmud Stelle an, die[f] die Sündfluth dem Kometen zuschreibt.[7]

/ Whiston ist möglich und sinnreich: – Die Dünste des Kometen machten 40 Tage Regen

und die Anziehung des Kometen brachte das[g] unterirrdische Waßer hervor – veränderte die

Erdaxe – und das Menschenalter siehe Lulofs Erdbeschreibung[8]

/ Möchten sich die Kometen und Erde auf einer Fläche bewegen, so könnte er wenigstens einmal

aber da ˚nicht nur ˚nicht Linie, sondern auch ˚nicht einmal Fläche dieselbe etc. so wäre es

mehr zu befürchten, als jezt, da wir kein Exempel eines andern Sterns haben

Aber alles sey dies erklärlich ˚nicht die lange Ueberschwemmung der Erde

/            2) die abgewechselte: zum wenigsten in einigen Ländern

[datum: 03.04.2019]


[XXV.46a-2(6)] ms 7



/ Linnäus (Ein großer Naturhistoriker)[1] aus der Natur der Sache, daß Thiere und Pflanzen vorher

sehr nahe zusammengewesen sind: z.E. Thiernennung – Wohnplaz des Adams: Paradies

muß also so gelegen haben, daß alle Pflanzen und Thiere haben zusammen seyn können, – nach dem gegenwärtigen

Zustand ist dies unmöglich: – wenn man eine Insel in Torrida annimt, da unten

[a]die heißen in der Mitte mittelmäßige: – oben kalte Thiere und Pflanzen = die See sey

gesunken, und habe dies Land immer mehr blos gemacht. Er rechnet

die Abnahme der See: – aber eine Null zu viel.

/ Woodward[b][2] Waßer Sündfluth hatte alles aufgelöst, in Schlamm, daher Knochen

so tief gesunken in Schlamm – (ei Knochen?) daher Erdschichten nach specifischer

Schwere (nein! ˚nicht specifisch) – sie ist sehr willkührlich. – sich wiedersprechend

und 3) unerklärlich unsre Fragen:

/ [c] Die Erde muß erst entweder im ganzen Körper flüßig gewesen seyn[3]

oder doch die Oberfläche: dieses ist aus den Erfahrungen offenbar: Da die Ober~

fläche aber ein unbetrachteter Punkt gegen den ganzen Körper; daher müssen andre

[d] @seine@ Ursachen seyn: und diese ist aus der Figur der Erde: diese ist just so

als wie sie seyn müste, wenn sie durch den Mechanischen Umschwung sich Figur geben

müste. – Newton:[4] diese Figur kann zwar aus der unmittelbaren Schöpfung

auch erklärt werden; aber dies ist ˚nicht Philosophie: – da sie es doch seyn könnte. Dieser Beweis

ist in sich völlig @begriffen@ vollig uberzeugend: folglich war die Erde ein Chaos

von allerhand Sachen:

/ Erde @muß \ einst@[SN:'muß'] Seeboden gewesen seyn – (In Cordileras blos sind keine Strata[5]

Seegrund: sonst Alpen Ararat: – Sollte die Höhe vor der Ueberschwemmung

sie @gesucht@ haben: – ˚nicht wahrscheinlich: aber vielleicht von den [e] Giesbächen

abgespült, und zu solcher Höhe auf einander gehäuft, daß !keine Graben auf sie kom-

men kann: = die Mondsberge, Caukaßus [f] sind die höchsten und also unter

dem Aequator die höchsten und mehresten – daher auch die meisten und höchsten Inseln

die auch Berge, und oft gebürgigt (@sind@ – Unten in der Erde müssen Hölen seyn

die sehr weit gehen (siehe Erdbeben) über die Einsinkungen geschehen sind – heute

selten (Euphemia in Sicilien Portroyal)[6] vormals öfter: daher @steht@

auch vielleicht oft die See [g] höher, weil Land sinkt: dies sind Stücke

die jezt in Anschlag kommen werden

[datum: 03.04.2019]


[XXV.46a-2(7)] ms 8



/ Stellt @euch@ !den großen Erdklumpen ‹Leim› vor, dem selbst Cordileras

kaum Warzen sind – flüßig ‹vor›:[a] zur Ausbildung

[b]wie viele Zeiten also – vielleicht auch noch jetzt – da sich die Senke¿¿

nach dem Mittelpunkt noch stets fortsezt nach der specifischen

Schwere: – die Oberfläche muste sich zu erst harten. konnte schon be~

wohnt @seyn@ da die innere ihren Krieg noch fortsezte – die Luft

samlete sich unter oberer Rinde: !(so wie unter den @hefen@ andere Materie)

daher entstanden viele Hölen (so wie bei jeder geschmolzen @BleiKugel@

Dieses waren Anlagen zu großen Einstürzungen) – waz sich zuerst

befreite war Luft und machte Atmosphäre – Luftmeer –

nachher Waßer – Erde also beschwemmt: – ebne Fläche – Die

Einsinkungen machten Landesrücken – Abhang; – Ebbe und

Fluth (durch den Mond und also auch da) machten Berge, die wie

Schläuche aus und einspringende Gebürge haben – Es @konen@ periodisch

Senkungen sein: daher periodische Ueberschwemmung – Sündfluth: auch solche eine

bis einige wieder tiefer sanken: und also jene emporgehoben:

die Erde war ˚nicht ganz bewohnt – und da eines [c] retablirt werde

vielleicht in anderen noch lange Zerüttung seyn: –

/ Ist unsere Erde jezt schon ruhig?[1] nein! – unterirrdische Hölen: – Doch

Meer wegen seiner Last noch eher zu Sinken: – daher @wirds@ im Ganzen @niedriger@

und die Erde wird im ganzen kleiner zusammengedrückter – doch ˚nicht in allen

Theilen gleich stark: – Daher neue Länder – junge Länder – z.E.

Holland ist also Seeboden, und [d] muß sich also noch senken. – in vielen

Jahrhunderten kaum – daher also See scheint höher: vielmehr Land

tiefer: – und daher kann die Steigung der See erklärt werden: bei @jungen@

@Lande@ blos – sie ist also noch vielen Veränderungen unterworfen, so daß ihr

Raumesinhalt noch ˚nicht bestimt ist – und da ihre Senkung ˚nicht gleich

förmig ist – diese Senkung also noch [e] künftig – doch @einst@

aufgehoben – bei der volligen @Dehnung@

[datum: 04.04.2019]


[XXV.46a-2(8)] ms 9



/ @Mand@[SN:'Mauern'?] 1 ˜Fuß dick in langer Zeit kaum härtet

/ Erdkörper 1720 Meilen dick in Jahrhunderten kaum härtet. könnten wir ihn genau

messen, so würde jetzt kleinerer Diameter seyn: – Die Oberfläche wurde zuerst gehärtet

und das leichteste aufsteigende, Luft, machte also Atmosphäre: – Die Steine am besten

unter der Oberfläche: – so auch Hölen = noch also jezt vielleicht im Mittelpunkt

flüßig, Luft separirend, daher Einsinkungen, immer mehr: – der Meeresgrund

muß am meisten sinken: – er hat an sich wegen der Erde eben so vielen Grund, und die Meeres-

fläche @neuer@ drückend Grund, z.E. 1800 ˜Fuß [a] hohes Meer: – daher sinkt auch

Meeresfläche: – Hingegen Holland, @neu@ Land um den Po [b] scheinen jüngere

Länder, (daher niedriger) also muß er weit länger sinken als die mehr

gehärtet sind. – Manfredi,[1] der [c] die Steigerung des Adriatischen Meers

beweisen will: sezt der Landsinkung entgegen, daß eine so große Kirche ohne

Riße hatte gleichförmig sinken sollen? ʾResponsio ˚nicht Kirche blos, alsdenn recht: sondern

ganzes Land und daher ist jenes erklärlich: – Die Berge sind vielleicht Reste von großen Einsinkungen

sind nothwendige Folgen der Buchten: – warum unter dem Aequator große Berge: –

ʾResponsio Newtons System (der zuerst alles gleichförmig dicht annimmt wie im ursprünglichen Zustande)

weil da der Aequator größer Durchmeßer ist: – – Wir gehen also über Gewölbe

@Berg@figur, wie Strom_ufer, mit Einspringenden und ausspringenden Winkeln, sind

so wie die Glätscher und also eben so, wie jene ausgewaschen, und das fliest aus unserem

Begriff sehr leicht.

/ Künftiges Schicksal: Mechanisch nach den Gesezzen der Natur. – ‹des ganzen Universum› Euler zeigt,[2] daß des[d] @Himmel

R:aum@ mit einer subtilen Materie angefüllt ist, daß diese stets die Himmelskörper immer in

ihr¿¿¿ beiden Lauf (Da Sinken und Lauf verbunden !die Creisfigur @nimmt \ einnimmt@) aufhält, ihren Schwung

vermindert, also mehr fallen nach der Sonne: so auch Erde: – Beobacht: sehr fein

und daher Euler am Mond, daß er jezt uns näher – mit kürzerem Umlauf

sey: – Sonne ist der gemeine Senkungs Punkt, und alles wird einst in diesen Klumpen

zurückfallen, aus dem es gewaltsam erhoben wardt – Mond gleichsam in der Spiral

Linie zur Erde: Erde zur Sonne: – Ruhe ist der erste; – natürliche – und lezte Zustand

das Ziel aller gewaltsamen Bewegung – dies ist ‹erhaben›;[e] und sonst zu weit

entfernt: – Schicksal der Erde: – Anfang: schon ganz gemein bekandt

ohne Metaphysik: – Flüße schlemmen das Meer, also Erde abgespült – Berge ab-

gespült – [f] eine ewige Erde würde schon [g] abgespült seyn: – Wir

finden junge Länder (2.000 Jahre machen ˚nichts) – Flüße jezt w@eni@ger[h] Waßer

[datum: 04.04.2019]


[XXV.46a-2(9)] ms 10



/ z.E. Mißisippi Strom erst 20 Meilen überschwemmt, daher lauter Flußschlamm

eben, ohne Stein; also durch die Niedersenkung des Schlamms sind seine Ufer erhöht: so auch Nil

jezt weniger überschwemmend: – einst gar ˚nicht ¿¿ – Mensch die gröste Vollkommenheit ist

der Anfang seines Todes: – Die Fasern !der Fibern werden durch Zusezze der Theile erst

stark; nachher [a] eben dadurch steif und stirbt – Baum bildet sich und stirbt erst in-

wendig; – Erde inwendig gebildet, eben durch die Art der Bildung die Regelmäßigkeit

wird sie verderbt – so muß alles aufhören: schon durch Regelmäßigkeit selbst; ey durch andre

Ursachen noch? – vielleicht; [b] z.E. Feuersgrüfte schweigen jetzt vielleicht

furchtbare Stille, schwanger mit Verderben – der Ocean und Winde, und Ebbe ‹und Mond› von Morgen

gegen Abend; die Erde aber von Abend gegen Morgen: also hier eine Materie [c] die ihrem Um-

schwungum die Axe entgegen ist; – aufhält, verzögert – weniger Tag und Nacht

bis Erde und Mond gleiche Bewegung in einem Monate haben wird; Erde; also Anfang

und Ende; –

9tes Hauptstück: Schiffbau:[1]

– 1) Schiffbau: – Schiffe vorn breiter als

hinten, wie Fisch; Masten 1/16 näher der prora als puppi;[2] sonst in der Mitte

der Mast könnte sich leicht umwenden: und puppis vorne: – der Schwerpunkt muß

der prora näher seyn: weil da die gröste Schwere ist: – Eben daher Pfeil mit Federn,

um die Umwendung zu hindern, und das Vordertheil schwer zu machen – Ein Schiff, warum

es, wenn @die@ prora breit ist; besser segelt (da doch ein schneidiges besser @schneidet@,

kommt auf die Art der Befrachtung an: – Befrachter muß sehen, daß das Schiff ˚nicht steif werde:

!wenn schwere Ladung gar zu tief unten ist; alsdenn verandert eben den Schwerpunkt

[datum: 04.04.2019]


Explanatory Notes
[8°-History]

ms 1


[1] [Siebentes Hauptstück … Iahreszeiten] Holstein-Beck (AA 26.1: 64-66). The main section (#8) on history is preceded by this short main section (#7) on seasonal weather, and followed by an even shorter main section (#9) on seafaring.

[2] [Mairan und Grunner finden] Jean Jacques d’Ortous de Mairan (1678-1771) and Gottlieb Siegmund Gruner (1717-1778). The Mairan reference is to his essay on ice (1752), which Kant owned in German translation; the claims made here in the notes are found in the 14th chapter (1752, 64-65):

“der Schnee, von dem die höchsten dieser Berge den Namen der Schneeberge bekommen haben, schmilzt daselbst in einer gewissen Höhe niemals. […] die Beschaffenheit des Ortes mit dem Grunde des centralischen Feuers steht, oder das Flüssige, die Dünste, welche sich aus dem innersten der Erdkugel erheben, und die, weil sie nicht häufig genug durch die dicke und feste Rinde, welche ihrem Ausgange im Wege steht, dringen können, die über ihr liegende Gegend der strengsten Kalte ausgesetzet lassen, welche auch über die ganze Fläche der Erde herrschen würde, wenn sie nicht dieser beständige Grund der Wärme davon befreyete.” [excerpt]

See the related passage at Land(8°)-6 and the corresponding note. The Gruner reference is to his Eisgebirge des Schweitzerlandes (1760, vol. 3, p. 133).

“Die Anmerkung ist überhaupt richtig, daß der Stoff aller Eisberge aus puren Felsen bestehet, und nur auf diesen der Schnee beständig daurt; auf denen die aber aus Erde zusamengesetzt sind nicht. Auf allen den vorbeschriebenen Eisgebirgen schmilzt der Schnee in den Gegenden die mit fruchtbarer Erde bedeckt sind, oft zwar sehr spät; aber dennoch alle Jahre: indem niedrigere Berge, die aber aus purem Felse bestehen, mit beständigem Schnee bedeckt bleiben.” [excerpt]

[3] [kälter als Europa] See the parallel passage in Hesse (AA 26.2: 89-90) and corresponding note.

[4] [Die Astronomen]

[5] [siehe Cäsar] The text is not identified.

[6] [Horaz Zeiten die Tiber] The reference to Horaz and the Tiber freezing over may come from Keyßler (1751) in a passage on “Veränderung der Witterung”:

“Aus etlichen Stellen des Horatii siehet man, daß damals des Winters die Strassen in Rom voll Schnee und Eis gewesen; und die sechste Satyra Juvenalis beweist, daß es eine gewöhnliche Sache gewesen, die Tyber zu solcher Zeit gefroren zu sehen. Heute zu Tage muß es ein harter Winter seyn, wenn der Schnee zweene Tage in Rom liegen soll, und die Tyber gefrieret niemals.” (vol. 1, p. 452)[excerpt]

Another possible source is David Hume’s essay “Of the Populousness of antient Nations” (1752), with the same translation into German appearing in HMag, vol. 10 (1753, 451-627) and Hume’s Vermischte Schriften (1754, 1: 203-338)[excerpt]. But see also a related passage from the Dohna notes from 1792 (ms p. 75):

“Freilich kan man keine genaue Angabe in den Schriften der Alten finden, denn sie kannten keine Thermometer, doch kann man Schlüße machen, z.B. Horatius sagt von einem abergläubischen Weibe, daß sie um die Zeit des Neumondes das Eis am Tiber gebrochen um sich darinn zu baden. Zur jetzigen Zeit ist es bei Rom nie mehr so kalt, daß der Tiber zufröre.”

[7] [Copronymus. das schwarze Meer] This example is more detailed in the Holstein-Beck notes (AA 26.1: 65):

“Das schwarze Meer war zu Zeiten Constantini Copronymi Ellen dick gefroren.”

Constantin V (718-775) was the Byzantine emperor (from 741). ‘Copronymus’ (the dung-named) is a derogratory reference.

[8] [Cäsar … Armee] This reference is expanded in Hesse (AA 26.2: 90-91):

“Die Rhone ist zu Caesars Zeiten dick zugefroren, jetzt frieret sie selten und sehr dünne. Piemont und Italien wird von den Römern wie Siberien be- [91] schrieben, jetzt ist es das fruchtbarste Land.”

This remark about an army crossing the frozen Rhône cannot refer to Caesar himself, since he crossed it in the summer (58 BCE), in connection with the ‘Battle of the Arar’ (sc. the Saõne) against the Helvetii. Nützel’s Geografische Wort- und Sachuntersuchungen (2004, p. 63, note 478) suggests a roughly contemporaneous account by the historian Diodorus Siculus (Bk. 5, ch. 25, 1-5) as a possible literary source:

“For during the winter season on cloudy days snow falls deep in place of rain, and on clear days ice and heavy frost are everywhere and in such abundance that the rivers are frozen over and are bridged by their own waters; for not only can chance travellers, proceeding a few at a time, make their way carry them on the ice, but even armies with their tens of thousands, together with their beasts of burden and heavily laden wagons, cross upon it in safety to the other side.” [excerpt]

(With thanks to Annemarie Ambühl, University of Mainz, for her helpful advice.)

[9] [Ovid am Nieper] Salmon’s chapter on the “Meeren, Seen und Flüssen in der Türkey” includes the following:

“Das schwarze Meer wird an Norden von der Tartarey; gegen Osten von Mengrelia; gegen Süden von Natolia oder klein Asien; und gegen Westen von Romania, Bulgaria und Bessarabia begrenzt. […] Dieses Meer ist wegen der grausamen Stürme, die hier noch ärger als irgend auf einem andern Meer toben sollen, das schwarze genennet worden; Es scheinet aber, daß die Stürme hier weder gemeiner noch heftiger sind, als an andern Orten. Vermuthlich mögen einige, die auf diesen Küsten Schiffbruch gelitten, ehe die Schifffahrt zu derjenigen Vollkommenheit gelanget war, wie sie bey uns ist, sich fürchterliche Gedanken davon gemacht, und solche auch andern beygebracht haben: Und da diese Begriffe vom Ovidio und andern Poeten, noch höher getrieben worden, so ist es kein Wunder, daß dieses Meer endlich insgemein das schwarze oder erschreckliche genennet worden ist.” (Salmon 1748, 9)[excerpt]

Ovid (43 B.C.E.-17 C.E.) was banished to Tomis (present-day Constanța, Romania) in 8 C.E.. Kaehler (AA 26.2: 466-67) expands the comment in the Herder notes:

“Ovidius beklaget sich erstlich über die rauhe Witterung, die am schwartzen Meere herrschet, da doch jetzo eine sehr angenehme Luft daselbst angetroffen wird; […].

See, for instance, Ovid’s Tristia (I.2, lines 18-19):

“Dieselben Stürme also, damit ich zweyfach unglücklich sey, reissen meine Segel und meine Gebete, wer weiß wohin. Ach ich Armer! Welche Berge von Wogen wälzen sich heran!” [excerpt]

[10] [siehe Professor Müller] Gerhard Friedrich Müller (1705-1783) was a German-Russian historian and geographer who took part in the second Russian Kamtschatka expedition (1733-45); see Müller (1758) and a similar passage on the lowering of ocean levels at Land(4°)-8 and the corresponding note.

[11] [die Wälder ausgehauen] This claim that the loss of forests has warmed the environment may have come from Woodward (1748, 47):

“Der größte Theil der flüßigen Materie, der in die Pflanzen gezogen wird, bleibt nicht in denselbigen, sondern geht durch ihre Zwischenräumchen und dünstet in die Atmosphäre aus. […] Diese so beständige Aussendung so häufigen Wassers aus den Theilen der Pflanzen giebt uns deutlich eine Ursache, warum Länder, die voll Bäume und großer Pflanzen sind, viel Dampf, feuchte Luft, und mehr Regen als andere freyere Gegenden haben. Die Feuchtigkeit der Luft war für die Europäer, die sich zuerst in America gesetzt hatten, ungemein beschwerlich, weil dieser Welttheil damals voll Wälder und Gebüsche war. Wie aber diese verbrannt und weggeschafft wurden, daß man die Erde bauen und bewohnen konnte, verbesserte und erheiterte sich die Luft nach und nach, und ward viel trockner und reinere Luft als zuvor.” [excerpt]

See the related passage at Winds(8°)-2 and the corresponding note.

[11] [Salpeter Luft] See Holstein-Beck (AA 26.1: 65): “wie in China und Siberien voll Salpeter ist.”

ms 2


[1] [Achtes Hauptstück … leidet] Holstein-Beck (AA 26.1: 66-79).

[2] [Von den allmähligen Veränderungen] Holstein-Beck (AA 26.1: 66-69). The Herder notes discuss the five source of changes listed in Holstein-Beck: (1) earthquakes, (2) rivers and rain, (3) the ocean, (4) wind and frost, and (5) human beings.

[3] [Erdebeben] Holstein-Beck (AA 26.1: 66): “1. durch Erdbeben.”

[4] [wie Moro, Ray meint] Antonio Lazarro Moro (1687-1764) was an Italian geologist and one of the founders of vulcanism (the idea that volcanoes were instrumental in shaping the surface of the earth). John Ray (1627-1705) was a British naturalist and botanist.

Moro’s theory is found in is his De crostacei e degli altri marini corpi che si truovano su’ monti (1740; German: 1751) and is summarized and critiqued in Lulofs, §§421-22 (1755, 373-75)[excerpt]. Discussions of Moro are also found in Holstein-Beck (AA 26.1: 66) and Dönhoff (A26.2: 860).

Ray’s discussion of mountain formation is presented in Ch. 3 of the first of his Three physico-theological discourses (1732, 13-14):

“Ob diese Absonderung des Landes vom Wasser, und die Versammlung des Wassers an einem Ort, durch die unmittelbare Würckung der Allmacht GOTTes, oder durch Darzwischenkommung anderer Neben Ursa- [14] chen oder Werckzeuge geschehen, kan ich nicht gewiß entscheiden. Vermuthlich ist es durch eben diejenigen Ursachen, welche die Erdbeben errgen, nehmlich unterirrdische Feuer und verschlossene Winde, werckstellig gemacht werden.” [excerpt]

Kant mentions this in the Rink Physische Geographie:

Through earthquakes. These have depressed some regions near the sea and have raised up islands. Moro is of the unlikely opinion that mountains rose for the most part in this way. Some certainly did originate in this way.” (AA 9: 926)

[5] [Regen] Holstein-Beck (AA 26.1: 66-67): “2. durch die Flüsse und den Regen.”

ms 3


[1] [Herodots Zeiten] The Greek historian Herodotus (484-425 BCE) discusses the formation of the delta in his Historia, Bk. 1, ch. 2:

“ichs befinde, daß sich Egyptenlandt in die länge erstrecket, Und werden auff den Bergen Purpurschnecken gesehen, und entspringet auch auß denselben Bergen saltzerig Wasser, durch welches die Pyramides, so allda stehen, verderbet werden. Und ist der Egyptische Berg sandig, welcher uber der Stadt Memphi ligt.” [excerpt]

Kant’s source might also be Lulof examples of where land arose in place of water (1755, §429), although he makes no mention of Herodutus here:

“Wenn man sich auf des Seneca Zeugniß verlassen dürfte, so wäre der größte Theil von Aegypten vor Aters See gewesen, der erzählet aus dem Homer, daß der Feuerbach, welcher zu seiner Zeit dichte an dem festen Lande stund, vor Alters einen ganzen Tag Seegelns vom Strande war abgelegen gewesen, welche Veruanderung er nicht unrecht dem Schlamme zuschreibt, den der Nil jährlich nach Aegypten schleppet und auch in die See sinken läßt. Hiervon sind die häufigen Muscheln ein Beweis, die man von der See an bis Memphis findet, und die großentheils versteinert sind.” (p. 380)

See also the 1775 Kaehler notes (AA 26.2: 480-81).

[2] [Meeresveränderung] Holstein-Beck (AA 26.1: 67-68): “3. durch das Meer.”

[3] [Preußisch Holland … Drausen]

[4] [Professor Müller]

[5] [Celsius]

[6] [Linnäus … bedeckt gewesen] Linné (1756). Lulofs, §411 (1755, 361-61) describes Linné’s belief, following the account in Genesis, that the earth was once entirely covered with water. See the parallel passage in Holstein-Beck (AA 26.1: 76), and the later mention of Linné at History(8°)-7

[7] [Pontoppidan … alte Bäume] Pontoppidan (1758, 71):

“In Finnland sieht man viele Fichten und Eichenbäume,, welche zwey bis drey, ja vier und ein halbes hundert Jahre alt sind. Sie stehen so nahe an der Breite des Meeres, daß das Wasser an ihre Wurzeln spület. Ihre Stämme sind nicht mehr als eine Elle über das nasse Element erhoben, in welchem sie doch unmöglich haben anfangen können, zu wachsen.” [excerpt]

Pontoppidan also cites Manfredi’s discussion of the marble stps of St. Mark’s in Venice (1758, 72), mentioned in the notes, below. See similar passages at Hesse (AA 26.2: 96, 163).

[8] [Schloß … in der See gestanden haben] .

[9] [Ravenna unter Theoderic] Theoderic the Great (451-526), the King of the Ostrogoths from 475 is buried in the St. Maria Rotonda in Ravenna. He is equated with “Dietrich von Bern” of the Nibelungensage.

[10] [Schriften zu Harlem] This is referring to the Abhandlungen der Holländischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Haarlem edited by Kästner, and in particular to an essay by Lulofs (1758) – “Anmerkungen über das Steigen der See” – and his discussion (pp. 51-54) of the Dutch surveyor and cartographer Nicolaas Samuelszoon Cruquius (1678-1754).

[11] [Ovid]

ms 4


[1] [Boerhaave … Chymie]

[2] [Pontoppidan] Pontoppidan discusses this in Part One, chapter 7 (1758, 127):

“Fernere Beantwortung der Hauptfrage: Wo kömmt das Wasser hin? Es wird nämlich dem Meere beständig vieles Wasser, durch eine Verwandlung in jährlich wachsende hohe Schnee- und Eisberge, die nicht allein nahe an den Polen, sondern auch in den meisten andern hohen und bergigten Ländern gefunden werden, entzogen.”

[3] [Manfredi] See the note to History(8°)-9.

[4] [Browallius … Lund] Johann Browallius (1707-1769), professor of physics at the university in Abo (present-day Turku, Finnland). On Browallius (and the reference to Celsius and Manfredi), see the note to a related passage in Hesse (AA 26.2: 93-94).

The manuscript has three dots preceding ‘Lund’ – clearly Herder missed the name that Kant mentioned. A likely candidate is Sven Lager Bring (1707), a professor of history in Lund (Sweden); another candidate from Lund is the chemist and mineralogist Johann Gottschalk Wallerius (1709-1785).

[5] [Dollart] Holstein-Beck (AA 26.1: 68):

“Der Dollart eine See in Friesland ist durch den Einbruch des Meeres entstanden. Die Südersee ist ehedem ein bewohntes Land gewesen, ist aber durch die See überschwemmet.”

[6] [Winde] Holstein-Beck (AA 26.1: 68): “4. durch die Winde und den Frost.”

[7] [Zenobia] Zenobia was a 3rd century queen of Palmyra, the ruins of which are in present-day Syria. Heliopolis is the Greek name for Balbeck (rather than Palmyra). Zenobia is also mentioned in Hesse (1770)(AA 26.2: 32), and see further mentions of Palmyra at Intro(8°)-1, Asia(8°)-6, and Land(4°)-12 with its accompanying note on the English explorer Robert Wood. An additional source for Kant would have been the Brittische Bibliothek, vol. 1.5 (1756, 451-74) and vol. 2.4 (1757, 327-45). The former is a long discussion of Wood’s 1753 account of Palmyra (with some discussion of Balbec); the latter is a discussion of Wood’s 1757 account of Balbec.

[8] [Paradies bei Pillau] Northern branch of the Vistula Spit, approximately from Pillau (Russian: Baltiysk) to Lochstedt (Russian: Pawlowo). Goldbeck writes of Alt-Pillau (1785, 10):

“Mit Alt-Pillau hängt das Dorf Wogram zusammen, und beyde Dörfer sind voller Küchen- und Obstgärten. Neben Wogram liegt die sogenannte Alt-Pillausche Stöhrbude, welches ein K[önigliches] Gebäude zum Behuf des Stöhrfanges nebst den dazu gehörigen Baracken ist. Es wird hier nemlich der Fisch-Stöhr aufgebracht, gekocht, zubereitet und eingepackt, auch der Kaviar oder Stöhr-Rogen zubereitet und zur weitern Versendung eingepackt. Um diese Gegend herum, welche wegen ihrer reizenden Lage und vortreflichen Aussichten das Preußische Paradies genennet wird, fallen zur Herbstzeit die Droßeln und Krammersvogel [Wacholderdrossel] in erstaunender Menge, und von den Fischern werden bis zu 30 Arten wohlschmeckender See- und Haf-Fische gefunden.”

And Borowski reports Kant’s visits (1804, 123):

“Mit seinem Freunde Green besuchte er etlichemal die sogenannte Störbude und die angenehmen Gegenden um Pillau.”

[9] [Menschen] Holstein-Beck (AA 26.1: 69): “5. durch die Menschen.”

[10] [§2. Denkmaale … ausgestanden] Holstein-Beck (AA 26.1: 69-).

[11] [A. Beweißthümer … bedecket habe.] Holstein-Beck (AA 26.1: 69-7171).

[12] [Bei Tourraine eine Muschelschichte] Holstein-Beck (AA 26.1: 69), based on Reaumur (1747). This essay, given to the Royal Academy of Sciences of Paris in 1720, discusses the immense remains of mussel shells in Touraine – about nine square miles and at least twenty feet deep – lying more than thirty-six miles from the sea and quarried by farmers to fertilize their fields, which is the main focus of the essay. [excerpt]

ms 5


[1] [B. Beweisthümer … verwandelt worden] Holstein-Beck (AA 26.1: 71-72).

[2] [Lüneburg] Many of the same examples used here also appear in Rink’s Physische Geographie, §76:

“whole forests of buried trees to a depth of forty or fifty feet. Here, as in the Lüneburg region, the roots [of the trees] lie towards the north-west and the tops to south-east. In Modena, and four miles around it, one finds the paving of an old town at a depth of fourteen feet underneath the uppermost layer […] In 1464, in the Canton of Berne, a ship with forty human skeletons was recovered from a pit one hundred ells deep. […] Cut trees have been found in the ground in England. No doubt rocks were once soft. In Sweden recently, a toad was found sitting in a rock, several ells deep down a shaft; it was still alive, though blind and without sensation. Pools of petrified fish […] elephant’s teeth, are found in slate mountains; similarly elephant bones in Siberia.” (AA 9: 300)

[3] [Steinpflaster … Landesprodukte] This 1755 report on the ground under Modena, published in the Gentleman’s Magazine by a member of the Royal Society of London appeared in translation in the Bremisches Magazin, vol. 1 (1756, 374-75):

“Der Grund von der Oberfläche bis zur Tiefe von 4 Fuß bestehet aus Grundlagern und Trümmern einer alten Stadt. Man trift darinn das Pflasterwerk von Strassen, handwerksbuden, Fusboden der Häuser, und Werke von mosaischer Arbeit an. […] Ich erinnere mich, daß ich in einem dieser Art Brunnen, ungefehr in der Tiefe von 24 Fuß ganze Halme von Gerstenfstroh gesehen; und in einem andern, in der Tiefe von 26 Fuß einen Zweig angestroffen, woran ein Klump von Haselnüssen hieng, welcher noch ganz unbeschädigt war. […][375] […] Die Bäume und Pflanzen, welche darinn gefunden werden, sind ein klarer Beweis, daß sie ehemals in freier Luft gewesen.”

[4] [Schiff] (AA 26.1: 72), drawn from Lulofs, §430 (1755, 385).

“Man saget, daß im Jahre 1462 im Canton Bern in der Schweiz aus einer Grube 100 Ellen tief ein Schiff ist herausgezogen worden, worinnen 40 Gerippe von menschlichen Körpern lagen; […].” [excerpt]

[5] [lebendig! – Kröte!] Holstein-Beck (AA 26.1: 72) and Kant’s source in Gråberg (1750), as provided by J. Canutius, an eyewitness (1750, 286-87):

“Nachdem dieses Steinstück abgesprengt war, nahm er wieder den Schlägel, und zerschlug es damit, da man denn in selbigem Augenblicke im dichten und festen Steine eine lebendige Kröte sitzen sahe. […] Ich nahm die Kröte in eine Schaufel, da sie sich nicht mehr bewegte, als ein Stein. Nachdem ich sie ein wenig betrachtete, fand ich die Farbe grauschwarz, etwas auf dem Rücken gesprenkelt, es schien auch wie ein gedrungener Graus vom Stein selbst überall auf ihr, wie die aufbehaltene Haut weiter bezeugt. Unter dem Bauche war sie etwas lichte, ihre Augen waren klein und rund, mit einem zarten Fell überzogen, worunter sie etwas leuchteten, an der Farbe vollkommen wie blasses Gold. Nachgehends nahm ich einen Stock, den der Steinbrecher, Heinrich Skogs, mir gab, und rührte die Kröte am Kopfe an, da sie die Augen [287] zusammen zog, als ob sie schliefe; so bald ich den Stock wegnahm, öffnete sie die Augen nach und nach, rührte aber weder Leib noch Füße im geringsten, welches ich verschiedene mal wiederholte Nachdem sahe ich, daß ihr Mund keine Oeffnung hatte, sondern mit einer gelbichten Haut überzogen war welches ich mit dem Stocke versuchte, aber den Mund nicht aufmachen konnte. Endlich drückte ich sie auf den Rücken, da denn klar Wasser hinten von ihr gieng, und sie davon so gleich Starb.” [excerpt]

A similar incident was reported in a brief letter to the editor of The Gentleman’s Magazine from Thomas Whiston and translated in HMag (1756):

“Der Marmor war gleich von einander gesäget, als ich dahin kam, und in der Mitte des Stückes befand sich eine lebende Kröte von mehr als ordentlicher Größe.” (553)

This letter was followed by a briefer account, dated 1716, by Johann Malpas, also of finding a living toad upon sawing through a large slab of marble (this second letter appeared in translation, just as it appeared in the English magazine, and Kästner, the editor of the Hamburgische Magazin, cites additional examples in a note. The author of the first letter, Reverend Thomas Whiston, of Ramsay, was a nephew to William Whiston. Both letters, as well as additional examples of this strange phenomenon, also appeared in German translation in the BrMag (1757, 1.3: 590-602).

[6] [Mansfeldischen … gekocht würden] See Leibniz, Protogaea, §18:

“Ich habe selbst einen eingegrabenen Aesch, einen Perschen, und einen Weisfisch in Händen gehabt. Kurz vorher wurde ein grosser Hecht, mit gekrümmten Leib, und offenen Maul ausgegraben, als wenn er so gefangen, und durch gorgonische Gewalt erstarrt wäre. Man hat auch allerhand Meer-Fische angetroffen, als Rochen, Heringe, Lampreten, und diese letzte bisweilen mit getheilten Heringen. […] Denn man erkennt so gleich die Art des Fisches auf den ersten Anblick; das Thier weicht nie von der Symmetrie ab, und hat allemal seine Größe.” [excerpt]

[7] [Bourguet … Lulofs] Kant is referring to Louis Bourguet (1678-1742) and his 1729 publication as discussed in Buffon (1750, 1.1, p. 110)[excerpt] and p. 173:

“niemand hatte vor dem Herrn Bourguet, die wunderbare Regelmäßigkeit des Baues dieser großen Klumpen entdecket. […] Diese wunderbare Regelmäßigkeit ist in den Thälern so merklich, daß es scheinet, als ob man in einem ganz regelmäßigen bedeckten Wege gienge. […] [174] […] daß die Vorsprünge oder Winkel des Berges zur Linken, nach Westen gekehret sind; dergestalt, daß dennoch die ausspringenden Winkel von beyden Seiten mit den einspringenden Winkeln, die ihnen wechselsweise entgegenstehen, zusammen passen. […] Man sehe die Lettres philosoph. sur la format. des sels, a. d. 181 u. 200 S.” [excerpt]

Lulofs, §410 (1755, 360-61)[excerpt] raises several objections to Bourguet. See the parallel passage in Hesse (1770)(AA 26.2: 35-36) and the corresponding note.

[8] [Gruner] Gruner (1760, vol. 3, p. 91):

“Ein andrer, und von allen Naturkündigern als richtig angenommener Satz ist weiter: daß die Berge in dem Wasser oder durch das Wasser entstanden, und aufgethürmt worden sind. Dieses beweist sich aus der ganzen Theorey unsrer Erdkugel; durch die von einander abweichende und gegen einander einlaufende Winkel der einander entgegen gesetzten Reihen von Bergen; durch ihre verschieden und so wunderlich aufgethürmte Gestalten; abgewaschene Seiten, und oben zugespitzte Firsten; die im grossen eben das sind, was die vorbeschriebene Eisthürme der Gletscher im kleinen; […]” [excerpt]

[9] [C. Theorie der Erde … Geschichte derselben.] Holstein-Beck (AA 26.1: 73-79).

[10] [Scheuchzer] Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733), a Swiss physician and naturalist, explained in Bk. II, ch. 14 of his Physica oder Natur Wissenschaft (1743, 158) that “whoever with merely rational eyes” considers the various phenomena such as those mentioned in the Herder notes above must conclude they are the product of the Biblical Flood:

“Forschen wir aber der eigentlichen Zeit und Gelegenheit nach, wenn diese grosse Veränderung sich zugetragen, und befragen darüber beydes, die Natur und die Schrift, so finden wir, daß die Erde sothane gewaltige zerstörliche Aenderung ausgestanden bey Anlaß einer allgemeinen, über die ganze Erde ergangenen Ueberschwemmung, welche nothwendig die sogenannte Sündfluth seyn muß, davon sich auch dunkle Anzeigen bey Heydnischen Scribenten finden, die eigentlich Beschreibung aber aus dem unfelhbaren göttlichen Wort herzuholen.” [excerpt]

A parallel passage occurs in the Holstein-Beck notes:

“aller Veränderungen der Sündfluth zu; allein diese ist erstlich eine gar zu kurze Zeit über der Erde gewesen, als daß sie solche Veränderungen hätte zuwege bringen können. Ueber große Muschelbänke, hohe Erdschichten, ja wohl gar Felsen aufzuführen dazu ist eine so kurze Zeit als die Zeit der Sündfluth war, nicht hinlänglich.” (AA 26.1: 73)

ms 6


[1] [Burnet] Holstein-Beck (AA 26.1: 74), based on Lulofs, §408 (1755, 357):

“Der gelehrte und scharfsinnige Burnet, dessen Gedanken vom Meere und den Bergen wir oben im Vorbeygehen betrachtet haben, hat mit viel Wohlredenheit zu erweisen gesuchet, daß die Oberfläche der Erde vor der Sündfluth glatt und eben gewesen, und daß damals die Erdaxe, die jetzo mit der Axe der Ecliptik einen Winkel von 23 Gr. 28 Min. 30 Sec. machet, auf die Fläche der Erdbahn rechtwinklicht gestanden,[…].” [excerpt]

[2] [Whiston] William Whiston (1667-1752) was a British mathematician and physicist expelled in 1710 from his Cambridge teaching position because of his unorthodox religious views. His comet-based explanation for various Biblical events is presented in A New Theory of Earth (London 1696; German: 1713). Kant mentions this theory in his 1757 Program (AA 2: 8) and discusses it more thoroughly in the Holstein-Beck notes (AA 26.1: 75-76), based on Buffon (1750, 1.1: 97-102): “Zweyter Artikel. Von dem Systeme des Herrn Whiston”. See a related passage at Land(8°)-5.

Whiston was 24 years younger than Isaac Newton (1643-1727) and had followed Newton as the Lucasian Professor of Mathematics at Clare College, Cambridge.

[3] [Moses beschreibt] Genesis, ch. 1.

[4] [Noah] Genesis, 6:11-9:19

[5] [Komet … der 1680 erschien] The “Great Comet of 1680” was the first comet to be discovered with a telescope (by the German Gottfried Kirch on November 14, 1680). It was an exceptionally bright comet with a long tail, observable for 125 days, brightest on December 29, and last seen on March 19, 1681, on its way back out of the solar system.

[6] [Ogyges] Ogyges was the mythological first king of Thebes on Boetia or Attica. A great world-wide flood was said to have occurred during his rule. Gottsched mentions him in his preface to Heyn (1742):

“Die Sündfluth des Ogyges ist nicht nur bey allen alten Poeten, sondern auch bey den ältesten Geschichtschreibern berühmt. Ist sie gleich keine allgemeine Sündfluth gewesen, so muß sie doch einen grossen Strich Landes, ja vielleicht den größten Theil von Europa betroffen haben.” (p. 10, unpaginated)

“Wenigstens hat Halley dafür gehalten, dieser [Comet von 1680] sey schon vorhin allemal fünf hundert und fünf und siebenzig Jahre zurückgerechnet, mehr als einmal gesehen worden; wie ich [Gottsched] auch in meiner Physik aus Whistons neuer Erdbeschreibung angeführet habe.” (p. 15)[excerpt]

Halley’s comet appeared on 25 December 1758.

[7] [Heyn … die Sündfluth dem Kometen zuschreibt] Johann Heyn (1709-1746) was a school rector in Brandenburg/Havel and author of Versuch einer Betrachtung über die Cometen, die Sündflut und das Vorspiel des jüngsten Gerichts, nach astronomischen Gründen und der heiligen Schrift angestellt (1742), for which Johann Christoph Gottsched wrote a twenty-six page preface. In this work Heyn argues that comets are likely what the Scriptures meant when it was claimed, for instance, that “the stars would fall from heaven” or that “the sun and moon will lose their shine.” The actual fixed stars could not be intended here, the author reasons, because these bodies are “thousands and thousands" times larger than the earth, but comets might work; similarly with the dimming of the sun, which would properly frighten humans only if it was other than a normal eclipse caused by the moon. Here again, a comet occluding the light from the sun might properly frighten us. In all this Heyn was following the lead of William Whiston (see the note above), elaborating in chapter three (pp. 174-242) arguments for the flood being caused by a comet. Heyn writes at §150 (1742, 211-12):

“Weil im Talmud auch Wahrheiten anzutreffen: […]. Ich habe vermuthet, daß von der Sündflut Nachrichten vorhanden seyn mögten. § 146. Ich habe gesucht, und gefunden. Im Tractat, Rosch Haschschana treffe ich p.m. 11. folgendes [212] an: Durch hitzige Dinge haben die Menschen der ersten Welt gesündiget, und durch hitzige Dinge sind sie gestraft worden. Durch hitzige Laster haben sie gesündiget, daher sind sie durch das heisse Wasser der Sündflut getötet worden.” [excerpt]

And in §160 (1742, 241):

“Da ich den Cometen als die Ursach der allgemeinen Sündflut also gedenke vorgestellet zu haben, daß Leute von Verstand sich bey dieser Lehre völlig beruhigen können; so schliesse mit der Anmerkung, daß man diesen Boten, unter andern Absichten, für einen Diener der göttlichen Gerechtigkeit halten müsse.” [excerpt]

[8] [Lulofs Erdbeschreibung] See Johan Lulofs (1711-1768), Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniß der Erdkugel (1755).

ms 7


[1] [Linnäus (Ein großer Naturhistoriker)] The explanation given here suggests that Linneaus may have been new for Herder (although previously referred to at History(8°)-3). Carl von Linné (1707-1778), the great Swedish natural scientist, presented in his Systema Naturae (1735) a botanical and zoological classificatory system still in use. He helped found the Royal Swedish Academy of Science in 1739, modeled after the academies in London and Paris.

Linné’s claim that all land originally consisted of a single island in the torrid zone, with different plants and animals existing at different altitudes (to correspond to their later diversity by latitude) is found in Holstein-Beck (AA 26.1: 76) and the more extensive discussion in Hesse (AA 26.2: 99-101), based on Lulofs, §411 (1755, 361-62)[excerpt], which offers a partial summary of Linné (1756)[excerpt].

[2] [Woodward] John Woodward (1665-1728) was an English geologist and physicist, and a member of the London Royal Society (1693).

[3] [Die Erde … flüßig gewesen seyn] On this conjecture of the initial fluidity of the earth and the reference to Newton, below, see the parallel passage at Hesse (AA 26.2: 102-3) and the corresponding note.

[4] [Newton]

[5] [Cordileras … keine Strata]

[6] [Euphemia in Sicilien Portroyal] Kant refers us back to the section on earthquakes, where both Euphemia (in Sicily) and Port Royal (the capital of Jamaica) are discussed: Earthquakes(8°)-6.

ms 8


[1] [Ist unsere Erde … ruhig?] See Kant’s 1754 essay “Age of the Earth” (AA 1: 193-213).

ms 9


[1] [Manfredi] Eustachio Manfredi (1674-1739) was asked to study how best to avoid future flooding of Ravenna, which was surrounded by the Montone and Ronco rivers; see Manfredi (1753).

[2] [Euler zeigt] Euler (1747, 41):

“Es ist schon von dem grossen Astronomo Halley bemercket worden, daß der Mond anjetzo seinen Lauf um die Erde in einer kürtzeren Zeit verrichte, als vor alten Zeiten. Und wenn man die Beobachtungen der Sonne, welche zu den ältesten, mittleren und neuern Zeiten gemacht worden, genau untersuchet, so befindet man, daß die Jahre anjetzo etwas kürtzer sind, als vormals. […] [42] […] da sich die Erde und die übrigen Planeten in der subtilen und finen Himmels-Luft bewegen, so müssen dieselben daher in ihrer Bewegung einen geringen Wiederstand leiden. […] Hieraus folget also gantz offenbar, daß die Erde immer näher zur Sonne kommen [43] müsse.” [excerpt]

And Euler (1751, 314-15):

“[…], so habe ich doch schon angemerket, daß die Bewegung der Sonne (oder vielmehr der Erde) seit dieser Zeit merklich geschwinder geworden ist, so daß die Jahre itzo kürzer sind, als vordem. Die Ursache hiervon ist sehr natürlich. Denn wenn die Sonne in ihrer Bewegung auch nur ein klein wenig Widerstand leidet, (welches ohne Zweifel geschieht, weil der Raum, durch welchen sich die Planeten bewegen, nothwendig mit einer subtilen Materie, wenn es auch nur die Materie des Lichts wäre, angefüllet ist) so muß die Wirkung dieses Widerstands die Planeten allmählich näher und näher zur Sonne bringen; und weil ihre Laufkreise dadurch kleiner werden, so müssen die Zeiten ihres Umlaufs auch vermindert werden. Auf diese Art wird die Erde endlich in die Gegend der Venus, und endlich in die Gegend des Mercur kommen, wo sie nothwendig wird verbrennen müssen.” [excerpt]

See also Euler (1746).

ms 10


[1] [9tes Hauptstück: Schiffbau] The following few lines of text are all the extant notes from Herder on this last section of the first part (“I. General”) of the physical geography lectures as found in Holstein-Beck (AA 26.1: 80-84).

[2] [Prora als puppi]


Textual Notes
[8°-History]

A transcription-key can be found in this window on the Start page.

ms 1


[a] A 'Bergen in Norwegen' is crossed out.

[b] A '˚nicht so kalt al' is crossed out.

[c] Reading 'die' as 'dem'.

[d] Reading 'Maira' as 'Mairan'.

[e] Reading 'Grunner' as 'Gruner'.

[f] Reading 'Kopronom' as 'Copronymus'.

[g] A '@Fahrhütten@' is crossed out.

[h] Reading ‘den' as 'des'.

ms 2


[a] 'und' overwrites 'ins'.

[b] Reading 'Rai' as 'Ray'.

[c] The paper is torn away here and the next eleven lines.

[d] An 'ist' is crossed out.

[e] Reading 'der' as 'die'.

[f] An 'erst' is crossed out.

[g] A 'weil er' is crossed out.

[h] A 'sich' is crossed out.

ms 3


[a] An 's' is overwritten.

[b] A 'bek' is crossed out.

[c] A tear in the page has removed the first word or two of this and the following 12 lines of text.

[d] 'Kotschew' is written above the line and entered in a different ink.

[e] 'bei Stockholm' is written above the line and entered in a different ink.

[f] ', Waßerträge' was added later in a different ink.

[g] 'in' overwrites another word.

[h] A 'her' is crossed out.

[u] 'in Abo' is crossed out in a darker ink, and 'bei Dunneck' is written above the line.

[j] 'Felsen' was added later in a different ink.

[k] Reading 'Theodos.' as 'Theoderic'.

[l] A tear in the paper leaves us with 'Ga...us' and 'Gaubius' would be a likely expansion. Hieronymus David Gaubius (1705-1780) was a German physican and chemist at the university of Leiden; unfortunately, it is entirely unclear what text by Gaubius could be intended, as his work lies in another direction. Adickes (1911a, 83) suggests Nicolaas Samuelszoon Cruquius (1678-1754) as a plausible alternative, a Dutch surveyor and engineer whom Kant would have encountered in Lulofs (1758, 51-54). Cruquius appears in a parallel passage from the Messina notes (AA 26.2: 730); see also the note to Hesse (AA 26.2: 98).

[m] This insertion was added later in a different ink.

[n] This insertion was added later in a different ink.

[o] This colon, originally a period, was modified, and the following text added later, in a different ink.

[p] 'uhrsprüngliche' was corrected to 'ursprüngliche'.

ms 4


[a] Reading 'Burhav' as 'Boerhaave'.

[b] A 'C¿ls¿' is crossed out.

[c] An illegible letter is overwritten.

[d] A 'Seefisches' is crossed out.

[e] An 'Inseln' is crossed out.

ms 5


[a] Reading 'die' as 'das'.

[b] An 's' is overwritten.

[c] The beginning of this word is lost to a tear in the manuscript, but it appears to read ‘Bourdouet’. The context, however, suggests that Louis Bourguet (1678-1742) is intended here; see the parallel discussion in the Hesse notes (AA 26.2: 35-36).

[d] Reading 'Luloff' as 'Lulofs'.

[e] A 'sind' is crossed out.

[f] A 'haben' is crossed out.

[g] An 'S'(?) is overwritten.

[h] A 'wie' is crossed out.

[i] Reading '¿runner' as 'Gruner'.

[j] Reading 'alfe' as 'alle'.

ms 6


[a] An 'Erde' is crossed out.

[b] A 'Nor' is crossed out.

[c] Several letters are overwritten.

[d] Reading 'in' as '˚eine'.

[e] Reading 'Noa' as 'Noah'.

[f] Reading 'der' as 'die'.

[g] Reading 'die' as 'das'.

ms 7


[a] A letter is overwritten.

[b] Reading 'Wodwarth' as 'Woodward'.

[c] A 'gew' is crossed out.

[d] A 'Körp' is crossed out.

[e] A 'Seestürzen' is crossed out.

[f] An 'Alpen' is crossed out.

[g] A 'nieder' is crossed out.

ms 8


[a] 'vor' is written above a crossed out 'sind'. A 'vielleicht' immediately following the colon is crossed out.

[b] A 'd' is overwritten.

[c] A 'bei' is crossed out.

[d] A 'de' is crossed out.

[e] A '˚nicht' is crossed out.

ms 9


[a] An 'E¿' is crossed out.

[b] A 'vom' is crossed out.

[c] A 'da' is crossed out.

[d] Reading 'der' as 'des'.

[e] 'erhaben' is written above a crossed out 'schön'.

[f] A 'denn' is crossed out.

[g] A 'b¿¿' is crossed out.

[h] An ink smudge obscures the middle of this word.

ms 10


[a] An 'ste' is crossed out.

[b] An 'e' [= 'ein'] is crossed out.

[c] An '¿f' is crossed out.