Physical Geography: Animals (8°)




Source: Nachl. Johann Gottfried Herder XXV.44 (Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)

Group 1: XXV.44-1 (8°, 2 pp.) Pages 1-2.

Source: Nachl. Kant, #15a (Akademie-Archiv, Berlin)

Group 1: Kant #15a-1 (8°, 3 pp.) Pages 3-5.

Group 2: Kant #15a-2 (8°, 1 p.) Page 6.


XXV.44-1 is numbered by the sheet. It consists of a single large printer’s sheet folded twice, making 8 pp. with text on all pages. This group contains notes on: Humans (7 pp.: 1r, 1v, 2r, 2v, 3r, 3v, 4r [top-half]) and Animals (2 pp.: 4r [bottom-half], 4v).


Kant #15a-1 is a folded sheet resulting in a signature of 2 sheets/4 pages, with numbering by sheet (5, 6). The pages included here are 6v, 7r, 7v, all written in a lighter-brown ink with text filling each page. (The remaining fourth page of this signature is written in a dark brown ink, with the bottom one-fifth of the page blank.) This group contains notes on: Humans (1 p.) and Animals (3 pp.)


Kant #15a-2 is a sheet folded into thirds, making six pages, although there is text only on one side (4/5 full), except for two lines of Latin text are at the top of a later page. Text is in a pale brown ink. A sheet number ‘8’ is written near the top. This group contains notes on: Animals (1 p.)


[XXV.44-1(4r)] ms 1



[The first half of this manuscript page belongs to the previous section, on Humans; the transcription for those lines can be found on p. 13 of that section.]

[2. Abschnitt]: Von Thieren:
[(a) die] lebend[ige Junge gebähren]

[Erstes Haupstück: die mit Klauen] – Huf –
[1. Das] Pferde:[1]

/ Barbarische 5 ˜Fuß hoch 3 ˜Zoll sind die besten, sehr schnell feurig

/ Spanische: ihre Abkunft: unter den Europäern die besten – Amerika ist mit ihnen

besezt: vorher gar keine – in Chili gingen sie am besten vor; sind sehr

feurig, der Reuter muß sie ˚nicht lenken: aber über Gräben etc. [a] Ueberlaßt

er sich ihnen ˚nicht; so macht ers scheu; Farbe: Mohrenköpfe etc. etc. [b]

Füchse sind tückisch und Farbe bezeichnet oft Charakter: Alter @[c]von@ Zähnen

gewiße Zähne nach 2 Jahren: nach 6 Jahren eine [d] Lochung im Zahn etc.

/ Paß ist die unnatürliche Schaukel:

/ Englische von Arabischer Race: 4 ˜Fuß 10 ˜Zoll hoch:, ˚nicht so angenehm wie die Spanische, aber

schnell: (Condamine:[2] ) Rennpferde in 1 @˜Minute@ 57 – 63 @˜Fuß@ etc. in 1 Sekunde

und das Rennpferd Sterling 82 ˜Fuß in einer Sekunde: – in Rom barbarische Pferde, ohne

[e] Reuter; in England mit dem[f] Reuter: dieser wird gewogen – Dänische die besten

Kutschpferde: (die Neapolitaner auch aber untreu und ausreissen [g] die Hengste sind aus Spanien

die Stutten aus Italien) Arabische Pferde sind mager, flüchtig, nobel, fressen

[datum: 05.04.2019]


[XXV.44-1(4v)] ms 2



/ blos des Nachts (in @Arbeiten@ sehr gut) sehr geputzt; bei den Arabern und Egyptern so

ansehnlich, daß die ˜Christen auf Eseln reiten müssen:[1] in sonderheit in Egypten: in Arabien so theuer

daß eine alte noble ‹Race›[a] 200 Dukaten das Stück gilt: – Diese Pferderace ist @gewiß@,

durch den Sekretair des Emirs durch Attestat bestätigt: – Hengst ordentlich blos nach

Constantinopel: – sie machen nie Wallachen: – die Stutten sind lenksamer: und die

Dänische Gesellschaft sollte fragen: wie die Stutten die Hengste: in Armeen ˚nicht in Unordnung

bringen: – Hasselquist:[2] sagt: man könne durch ganz Arabien reisen mit Bärengalle:

die die Araber vor sehr theuer annehmen; aber auch !˚nicht zu Betrügereien sie gebens

den Pferden wider das Uebersaufen: – @¿¿@ arabische Pferde: gehen ˚nicht ohne Reuter:

/ Mußelmanische Reuterey parirte ohne Zügel. Numider ohne Sättel: –

Romer ohne Steigbügel etc.Pferde und Menschen in Zona torrida und frigida schlecht

in @guinea@ schäbigt: – In [b] Schweden die Gothländ; Zwergart

die Pferde von holen Boden sind rascher, dauerhaft; von niedrigen fetten Boden weich

z.E. im Sauerlande

/ —————

/ Zebra:[3]

(Waldesel uneigentlich blos wegen seiner langen Ohren) das schönste Pferd; blos

in Africa: – braune und weiße und gelbe Streifen auf Rücken, Fuß

und Kopf: – Dem Kaiser von Japan 160 Reichsthaler 1 Paar:

/ Esel:[d][4]

lange Ohren: – ‹@ahnlich@› Charakter völlig verschieden: – Geduld, dauerhaft

im Tragen: – Man hat Eselin mit Pferde und ʾvice versa begattet daher

/ Maulesel: Pferdstutte und Eselshengst; – alle Bastard racen schlagen

den Kopf und @Ey@ trennet. den Vater; die Mutter an Größe; so auch Mulatten

Hunden – In Piemont, Provence sind Bastarde von Pferd und Rind: Kuh mit

Hengst oder ʾvice versa (Jumarsch) haben den Vorteil, daß Stier mit Stutte sind[c]

groß und flüchtig als Ochs: ʾvice versa hat er Hornen @eine@ @Stelle@ aber nicht Hörner

Die Bastardthiere erzeugen ˚nicht ihres gleichen, weil ihre organen sehr verschieden

sind: – Maulesel, Jumarsch pflanzen sich ˚nicht fort: – Reaumur berichtet[d][5]

daß Kaninchen mit Henne begattet: – Henne Ey ohne Dotter:; @man@

gewohnt sie dazu, wenn man sie ˚nicht @sehen@ laßt ihre Art [Text breaks off.]

/ Waldesel eigentlich ist größer als Esel

[datum: 05.04.2019]


[NL-Kant #15a-1(6v)] ms 3



/ [Vierzäigte:] @Panzer@thiere:[1]

– mit klebrichten langen Zungen die Ameisen zu haschen: [a] mit

undurchdringlichen Schilden bewafnet: – (so wie das Faulthier mit Geschrey, der Schweinigel

mit Stacheln: Stinkfuchs mit Urin, der schwindelnd macht)

/ 5zeeicht:[2]

Mensch: Faulthier, und schuppichte Eidexe: – indessen ist Vernunft hier ˚nicht das

Merkmal, da sonst nach dem Vernunftähnlichen auch die Claßification, aber sehr

schwer sein müste: – Indessen würde die Einteilung beßer nach dem Munde, und Nah-

rungsart [b]anzustellen sein. – –

/ Hase:

Gesicht schlecht; Gehör beßer: furchtsam: Melancholisch, weil er stets

still ist, – alle 5. 6. Wochen Junge und 4 Tage saugen. – Er verhackt sich vor seinem

Lager; – Waldhasen und Feldhasen – weiße sind selten; außer in Norden: –

gehörnter Hase

/ Zwerghase @Caninchen@ (in England gibt man ihnen Berge zu @minieren@)

/ Füchse

/ Nagthier

1) Eichhörnchen: von den Norwegischen kommt [Text breaks off.]

/     fliegende Eichhörnchen: – hat Fell zwischen Füßen; ˚nicht aufzufliegen, sondern weit

     länger zu s@egeln@

/ Ratten:

z.E. Murmeln in Savoyen; Schweiz etc. Schlafen: dahin sorex Schlaf

      ratze

/     Hamster: hat Beutel an der Seite, damit sie das beste Getreide wegtragen:

     ihr Nest ist trocken, wohleingerichtet; sein Getreide keimt ˚nicht; ist

     sehr gute Prise der armen Leute:

/   wohlriechende ˜Wasserratte

/ Mäuse etc.

Ratten: ˜mehr Männer als Weiber; daher großer Streit zu be-

     gattung: – Surinamsche Aeneas; große Ratte richtet seinen Schwanz

     hoch auf, hält Jungen auf dem @Reigen@, die seinen Schwanz um sie schlingen

     und schläpt sie fort: – ‹Beutelratte› Junge gehen in Mutterleib zurück, !wie

     große Beutel: Philander braucht sein Weib zu Futter wagen:

/ Nordische Bergmaus:[3] marschiren auf einmal, stets geradezu auf Häuser, !etc.

     Dörfer, Teiche (da auch viele ersaufen) Stock: – Hund, @die@ sie auch zu todt

     beißen: bis in die See, wo sie sich versaufen; oder vielmehr den[c] niedern

     Ort suchen, wo sie in Löchern an der See vor der Kalte fliehen – –

[datum: 05.04.2019]


[NL-Kant #15a-1(7r)] ms 4



/ Maulwurf

sucht Regwürfe, und kommt nach Regen herauf, wenn sie […]

@sond¿¿¿@[SN:'sonder'?]: Seine Augen sind mit Haaren und Haut verflochten: so daß er […]

Licht und Finstern sehen darf, mehr darf er auch ˚nicht

/ fliegende Thiere:

@schwanken \ schaukeln@ sich nur hin und wieder: – Fledermaus, fliegender

[Das Hundegeschlecht]

Hund und Amerikanischer Hund (der fast so groß ist als der unsrige)

zwischen 4 Fussen Haute, und [Text breaks off.]

/ Wiesel:

– Hermelin (weiße @Wiesel@

/ Iltis: hat das Gegentheil von Zibet: – Zobel in Siberien.

/ PharaonsMaus: zerstört CrocodillEyer, (@ohne@ zu @nutzen@) – wenig

wahrscheinlich: daß er in den ⁅Crocodill⁆ mit Schlamm gewalzt krieche: –

räumt viel Ungeziefer weg (wie Ibis)

/ Stachelschwein: – unser: Schweinygel ist mit @Pall¿¿¿@

/ ⁅Stachelschwein⁆ in Indien können Stacheln abschnellen: – mit solcher Kraft: daß sie auch

    Löwen tödten (Löwen in Capo aufbehalten) sind 3 Sorten – haben Stacheln

    wie abstreifte Federkiele: – die sich nach der Zeit immer ˜mehr hinein-

    gehen.

/ Pietra del Porco: Schweinigelbezoar werden im Gallenblasen [a] angetroffen

ist @Tartae@ concrescenz: macht Wein grün, wider die Faulung

soll gut sein: – (dieser Bezoar ist von Magenballen unterschieden)

/ Hunde: sehr von der Natur verändert. ‹ab›geändert. z.E. Bologneser: von Spanischem Wachtelhund

   und Pudel: – So wie Weiße und Neger Mulatten machen: – Schäferhund

   hält Buffon vor Stamm:[1] vielleicht zu weit: Dachshund gräbt

   nach dem Dachs. Windspiel @für@[SN:'auf'?] laufen: gleichsam besonderer Trieb vielleicht besondere

   Race: – Spanische Hunde arteten in Amerikanischen Walden aus: verlernten Bellen:

   In Africa bellen sie ˚nicht; daher @lernten@ @Europäische@ das reden:

/  Tollheit der Hunde ist besonders: Augen sind gleichsam voll Staub, mißtrauisch

   gegen seinen Herrn: – Biß, oder [b]lecken macht auch doll: oft nach einem Viertel~

   jahr: – denn Melancholie: nachher ˜Wasserscheu; Hydrophobie doch

   noch Verstand: sehen aber Dollheit voraus; bitten [c]sie zu binden: –

   [d] Heil_Mittel ein Arzt in Pondichery @siehe@ Desault:[e][2] vom Wurm-

   samen; also Merkur: –

/ Wolfsgeschlecht: kann schon mit Hunden begattet werden: die Bastarde

   Fleischfraßigt, kann lange hungern:

/ Jackaal, kleiner Wolf: ist sehr räuberisch und gefährlicher als Wolf: – ist der

[datum: 05.04.2019]


[NL-Kant #15a-1(7v)] ms 5



/ Jäger des Löwen, dem er Beute aufspähet

/ Füchse: Schwarzfuchs selten ganz schwarz: sehr theuer: in Siberien so viel als er

@Copeichen@ faßen konnte über 1.000 Rubel: – ˜KreuzFuchs –

/ Er hat eine wohlriechende Stelle am Halse

/ Genetkatze,[1] davon das Fell dem Zeuge einen wohlriechenden Geruch gibt

ordre de la genette der 1ste: unter Carl Martell[a] gegen den König Abd al-Rahman[2] [b]

in den Feldern bey Auvergne.–

/ Zibetkatze hat besondre Drüse bei den posterioribus daraus mit Löffel @genommen@

in seiner Wildheit @zieht \ giebt@ es ihm selbst aus: – zahm wird gefuttert

[…]: (!@hoch@¿¿¿ […] ist im Herbst am fettesten: und nährt sich von seinem Fett

[…] eine Oefnung am Halse frißt an sich selbst. Er spatziert aber auch aus zu

promeniren: – viele schlafen: –

/ Katzen: in der Türkei[3] sehr beliebt: (aber Hunde gar ˚nicht), weil es im Koran verboten

Araber aus ge¿¿¿ […]¿¿¿ sich

/ unter den wilden: ist @Tiger@Katze die grausamste, lauert unter Laub auf Bäumen

fällt herab, und zerreißt die große Ader dem grösten Thier ein, fällt

[SN:werden?] mit den[c] Augen

/ Luchs: sind Katzen: – Parder etwaz größer als Englische Dogge: Parder

Löwen haben zart Fleisch: – Leopard dem Löwen ähnlich: – wird in Persien

und Arabien gegen die Gaselle gebraucht zur Jagd:[4] – –

/ Löwe ehrwürdig: Mähne: breite Brust: Majestätischer Gang: Schwanz:

Force im Schwanz: – großer Rachen mit Fangzähnen: – Zunge mit Stachel:

(so wie Rhinoceros den Thieren das Fleisch von den Knochen lekt) werden @grausam \ zahm@, [d]

doch ˚nicht Blut lecken oder sehen: – […]he vom Rücken bis Erde ˜Kreuz –

bedient sich ˚nicht List, @[e]sondern@ Gewalt. – [f]@die Neger sehen ihm Zorn an, und

suchen Baume, @oder@ lassen ihm Pferde, lieber Schwarze als Weiße, weil diese

ihm fremde scheinen; – von den Weibsbildern lassen sie sich ausjagen, und

Tower London lebt !der Murko von Carls II noch: – schlief im Schoos der

Magd: da sie sie aufzog:[5]

/ Löwe ist ˚nicht in Amerika: – das ihm ähnliche Thier ist eine Thiegerart: die

auch Bäume aufklettert: – Vor Wilden etc. ‹Löwen› schützt man sich durch Feuer: ˚nicht

aber durch @Reden@

/ Bär tödtet seine Feinde durch Schläge:[5] – klettert auf und wirft sich herunter: frißt

im Winter ˚nicht: – Amerikanische sind kleiner: – fangen mit Honig und Brandwein.

[datum: 05.04.2019]


[#15a-2(8r)] ms 6



/ Bären durch Prügel gezähmt, die oft renovirt werden müssen –

/ Weißer Bär ist 6 ˜Fuß hoch bis 14 ˜Fuß lang: ist mehr Fuchs: nur Barbrumen:

  kommen oft bis Norwegen auf [Text breaks off.]

/ Vielfraß (Hyena) ist wie Hund groß – schwarz – unersattlich, daß auch das un-

verdaute fortgetrieben wird

[Affengeschlecht]

/ Affen un- – kurz – langgeschwänzt

/   WaldMenschen Pavian: Meerkatzen: –

/ ungeschwänzt[1] – Ouranuta in Africa etc. 6 ˜Fuß hoch wenn es 12 Monate alt ist, geht

  auf 2 Fussen und sizt wie Mensch: – runzlicht: – frißt Rotz beständig: – Weibchen

  haben Menstruum: – lassen sich zu Menschlichen Handlungen abrichten: – Hamiltons

  seiner @soff@ – weinte: – wie Matrose – sind stark, wild gefährlich: – Oran

  vielleicht ausgearteter Mensch: in Iava: die Sklavinnen oft in Wäldern; aber

  woher kommen denn die Pongos in Africa –

/ andre 3 ˜Fuß hoch: munterer: gehen heerweise mit Prügeln: – oft Löwen

  Menschen: Negers glauben: sie wollen ˚nicht reden: sind [a]@Stumm@

/ lang Meerkatzen: [b] Schleyeraffen: – Ludolf[2] will daher Schlaraffen¿¿¿

/  Herodot erzahlt, daß [Text breaks off.]

/  Meerkatzen schädlich: – verwüsten Palmen Reis, Wein etc. – Negers glauben sie wären

leder gelbe Muscusaffe – bediente den Missionar wie ein Mensch, und [Text breaks off.]

/ Pavian: Affe mit Hundskopf: (Cynocephalen in Egypten) ist größer als Meerkatzen

/ Meerkatzen Musik mit einem Cantor: ist unausstehlich; – (sind schädlich @grob \ gros@

/ Affen vormals @Apotheker@ – jener wollte @100@ Affen: –

/ Schoosaffe:[2] die kleinen sind Menschenähnlich @M¿¿t@:

[Bottom one-fourth of page is blank.]

[datum: 05.04.2019]


Explanatory Notes
[8°-Animals]

ms 1


[1] [Das Pferd] Holstein-Beck (AA 26.1: 103-4). The section on animals begins immediately with discussion of the horse, based on Halle (1757, 227-45).

[2] [Condamine] Charles Marie de LaCondamine (1701-1774) was a French explorer, geographer, and mathematician. The reference here is to his essay on the speed of horses (1758); see the related passages at Winds(4°)-11 and Winds(8°)-8.

ms 2


[1] [die Christen auf Eseln reiten müssen] This custom is discussed in Hasselquist (1762, 66):

“Ich ritte den 15 May [1750] aus, die alexandrinischen Gärten zu besehen, welche die ersten Gegenden waren, die ich nach meiner Ankunft besuchte. Ich ritte dießmal auf eine Art, deren ich mich vorher niemals bedient hatte. Icht hatte nämlich einen Esel mit einem arabischen Sattel, der bloß aus einem Küssen bestand, worauf ich sitzen konnte. Auf beyden Seiten des Esels giengen zwey Araber beym Kopfe, und hinten ein dritter, die dazu dienten, mir fortzuhelfen. Das Thier war in seiner Art eines der besten, lebhaft und gut bey Leibe. Ich vermißte hier den Vortheil, den ich vor zwey Wochen in Natolien hatte, wo ich zu Pferde reiten konnte. Der Türken hoher Meynung von sich selbst, und ihrer Verachtung der Christen, Juden und Mohren wird in Aegypten aufs strengste nachgelebt, wovon dieses ein Beweis, daß sie keinem von diesen Nationen jemals erlauben, ein Pferd zu reiten, welches sie für eine zu edle Creatur ansehen, daß es so verächtliche Menschen tragen sollte: es muß bloß einem Muselmanne dienen.”

[2] [Hasselquist] See Hasselquist (1762, 585):

“Sie stoßen die Galle vom Bäre zu Pulver, und vermischen sie mit Kaffee. Dieses geben sie den Pferden, als das kräftigtse Mittel diese Plage zu dämpfen, womit die arabischen Pferde sehr beschwert sind. Die Bärengalle ist selten bey den Arabern. Sie kaufen sie theuer ein, wenn sie welche antreffen, und verwahren sie zu diesem Gebrauch als einen kostbaren Schatz. Man kann desfalls einem Araber kein angenehmeres Geschenke machen, als mit einem Stücke aufrichtiger Bärengalle, welche sie genau kennen, und sich nicht leicht hintergehen lassen.” [excerpt]

Friedrich Hasselquist (1722-1752) was a Swedish naturalist and student of Linnaeus who traveled to Asia Minor to study its natural history. On Hasselquist, see the note to the passage in Herder’s notes on metaphysics at EP 682-A4.

[3] [Zebra] Holstein-Beck (AA 26.1: 104), based on Halle (1757, 245-47).

[4] [Esel] Holstein-Beck (AA 26.1: 105), based on Halle (1757, 247-52).

[5] [Reaumur berichtet] Kant is referring to a study published by Reaumur in 1749 (German: 1750) on raising domestic fowls. It was divided into ten sections, the last of which contains “a view of the philosophical amusements the birds of a poultry-yard may afford” of which a significant portion describes the courtship of a rabbit and a hen, eventually leading to general questions of animal development. He tracked the advances of a rabbit with a hen and eventually collected six eggs which were then incubated, but none hatched (although one was spoiled, as though it might have been fertilized, but then died. This was pursued with several other hens as well (1750, 147-49). A briefer account of this was also available in a report of Reaumur’s observations in HMag, vol. 10 (1752,441-48).

ms 3


[1] [Panzerthiere] Holstein-Beck (AA 26.1. 116-17) and Hesse (AA 26.2: 146), based on Halle (1757, 395-401). The previous manuscript page (Animals(8°)-2) ended with mention of the Waldesel. The present page begins a new signature and on a different format of paper, and considerable material represented in the Holstein-Beck notes is missing between these pages: discussion of the two-clawed (oxen, sheep, goats), three-clawed (rhinocerus), four-clawed (hippopotamus), five-clawed (elephant), and then the second main section, consisting of “toed animals”: one-toed (white American anteater), two-toed (camel), three-toed (sloth, other anteaters), and here arriving at four-toed animals, including the pangolin, armadillo, and guinea pigs.

[2] [5zeeicht] Holstein-Beck (AA 26.1: 117-20) and Hesse (AA 26.2: 146), based on Halle (1757, 406-8).

[3] [Nordische Bergmaus] Kant’s source may have been Linné (1749)[excerpt]. See Hesse (AA 26.2: 147-48) and the accompanying note.

ms 4


[1] [Buffon vor Stamm]

[2] [Desault] Pierre Desault (1675-1737) was a French physician in Bourdeaux and author of a mongraph on veneral disease (1733) in which he argued that it is caused by small worms, the treatment of which involves the use of a mercury ointment. Adickes suggests (1924-25, vol. 2, p. 403) that Kant’s reference is to Desault’s Dissertation sur les maladies vénériennes (1733). Girtanner (1788-89, iii. 476-77) says of Desault’s book:

“Eine sehr gute schrift. Zwar nimmt der Verfasser die absurde meinung an: daß bei der venerischen krankheit eine menge kleiner würmer vorhanden sei, welche die theile in denen sie sich aufhalten, zernagen, zerfressen und zerstören, und so die zufälle der luftseuche hervorbringen. Die neue curmethode die er vorschlägt, ist die ableitungscur; einreibungen von quecksilbersalbe die mit [477] abfürenden mitteln abwechselnd begraucht werden, so daß kein Speichelfluß entsteht. Diese curmethode ist aber unnütze und schädlich. Unnütze, weil sie die luftseuche nicht heilt; und schädlich, indem sie die gedärme so sehr schwächt, daß der kranke lebenslänglich an den folgen davon leidet.”

See related passages at Winds(4°)-7 and at Kaehler (AA 26.2: 453).

ms 5


[1] [Genetkatze] See Holstein-Beck (AA 26.1: 123) and Halle (1757, 505).

[2] [Carl Mertell gegen den König Abd ar-Rahman] Abd al-Rahman ibn Abd Allah al-Ghafiqi (6??-732) died in the Battle of Tours, having unsuccessfully led a Muslim Umayyad army into battle against the Christian army of Charles Martel. Although he was an administrator in Andalusia, he was not a king, as the Herder notes suggest.

Martel founded the “Order of the Genette” to commemorate this victory at Tours. Pelts of these genet cats, as well as some living cats, were taken as spoils from the Umayyad army. See the parallel passage in the Dohna notes (AA 26.2: 1135).

[3] [Katzen: in der Turkei] See Holstein-Beck (AA 26.1: 123).

[4] [gebraucht zur Jagd] A discussion of this practice of hunting with panthers can be found in the abridgement of Thévenot’s Reise in SbnR (1765), 3: 365-66:

“Zur Jagd der wilden Ziegen bedienet sich der König des Pantherthiers, welches von den Persianern Ogious genennt wird, und aus Arabien kommt. Es ist zahm, und thut den Menschen nichts. Ein Reuter nimmt es an einer Kette mit sich auf dem Pferde, und hält ihm einen Wulst for die Au- [366] gen, und, wenn er eine wilde Ziege auf fünf bis sechs hundert Schritte entdecket, läßt er das Thier von dem Wulst und der Kette loß.”

The same passage in Thévenot (1693, ii.149) reads:

“Der König hält viel Jadghund von allerhand Arten, unter andern bedienet er sich noch zum Jagen der Gazelles, deß Luchses oder Panthers: dieses Thier ist sehr zahm, und thut denen Leuten kein Leyd, man nennet es in Persien Dgious, und lässets auß Arabien kommen, wird gemeiniglich hinden auffm Pferd geführt, und von dem Reuter an einer umb de Hals gelegten Kette gehalten. Wann es jagen soll, zieht man ihm eine Kappe vor die Augen, biß sich inige Gazelle sehen läst, und wann man 5 oder 6 Schritt davon ist, wird ihm die Kappe nebenst der Kette abgenommen, die Gazelle gewiesen, und loß gelassen.”

[5] [Weibsbildern … da sie sie aufzog] See Holstein-Beck (AA 26.1: 124-25). Kant appears to have drawn this story from Keyßler (1751, vol. 2, p. 1457), although Keyßler makes no mention of the lion’s name (‘Murko’). The story does not end well for the woman:

“Man hat sonst bey verschiedenen Gelegenheiten wahrgenommen, daß die wildesten Thiere öfters Liebkosungen gegen das weibliche Geschlecht gebrauchen, welche vielleicht gar weit gehen würden, wann man ihnen ihren Willen lassen wollte. Unter der Regierung des König Karls des zweyten trug es sich zu, daß in dem Towr zu London ein Löwe aus seinem Behäuse entkommen zu der Zeit, da eine Weibsperson den Platz des Löwengarten rein machte. Dieses wilde Thier lief zwar nach ihr und ereilete sie, fügte ihr aber kein Leid zu, sondern suchte vielmehr ihr seine Freundschaft zu erkennen zu geben, wobey er sie stets mit der einen Tatze umfasset hiele. Es verstrichen viele Stunden, da man kein Mittel, dieser unglücklichen Gefangenen zu helfen, auszufinden vermochte. Beym Schießen war zu befürchten, daß man die Weibsperson zugleich mit treffen möchte, oder daß der Löwe, wann er nicht alsbald todt darnieder fiele, vorher gegen seine Gefangene Wuth und Rache ausüben möchte. Wollte man ihm mit Gift vom Leben helfen, so war gleichfalls zu bedenken, daß die Schmerzen, welche er vor seinem Tode davon empfinden müßte, ihn zur Furie bewegen würden. Währenden solches zweifelhaften Rathschlagens schien der Löwe schläfrig zu werden, daher man für rathsam fand, dem Mägdchen etliche Stricke hinunter zu werfen, damit sie solche um ihren Leib befestigen und die oben stehenden Leute sie dadurch aus ihrer Gefahr erlösen könnten. Als man bald darauf den Löwen mit Schlaf überfallen zu seyn glaubte, oder er vielleicht auch wirklich im Schlafe war, zog man auf einmal und mit Gewalt vermittlest der Stricke die Gefangene in die Höhe, woruuber aber auch der Löwe aufsprang, und sie in Stücke zerriß.” [excerpt]

[6] [Bär … Schläge] See Holstein-Beck (AA 26.1: 125) and Hesse (AA 26.2: 152), based on Halle (1757, 541-48).

ms 6


[1] [ungewschwänzt] This passage on the great apes (the orangutan and chimpanzee are discussed here) is confused. Alexander Hamilton, mentioned a few lines later in the manuscript, was an early 18th century Scottish privateer and merchant whose Account of the East Indies (1727) was often quoted by Salmon (1733c), Kant’s likely source. Hamilton believed the Oran Outan (‘Wald-Mann’ in German, as Salmon’s translator notes) lived only on Java, to which Salmon adds Borneo; there presumably never have been wild populations of orangutans in Africa, despite the suggestion in Herders notes, nor are they six feet tall (Hamilton offers a more correct four feet), and while Hamilton notes that the orangutan will blow its nose “and throw away the snot with his fingers,” the Herder notes claim that they are constantly eating it. There is no mention of crying or of a sailor in Hamilton, although he does note “a melancholy disposition” with “a grave dejected countenance,” and also that the females menstruate. One of Salmon’s other sources conjecture that orangutans are actually a hybrid of some ape and human female slaves who ran away to live in the forest:

“Andre meynen aber, daß dieses Thier von einem Affen und einer Indianischen Sclavinn sey gezeuget worden; Es darff dieses nicht nur gemeynet, sondern kan von einem mäßigen Judicio als gewiß begriffen werden, zumahl da es so rar ist, daß es kaum ein- oder zweymahl gesehen worden. Denn wenn die Sclavinnen etwas versehen haben, [112] grauet ihnen so gewaltig vor ihren harten Herren, oder vielmehr Frauen, welche von keiner Barmherzigkeit das geringste nicht wissen, daß sie aus Furcht vor ihnen in die Wälder fliehen, und als wilde Menschen leben: und also, meynte man, habe sich die Mutter von dieser elenden Creatur auch mit einem Affen vermischt, in Ermangelung anderer Gesellschaft, und dieses Thier zur Welt gebracht, welches einem Frauen-Mensch in so sehr vielen Stücken ähnlich war. Daß ein solches Geschöpff würcklich gewesen, sagt der Herr Salmon ferner, daran steht gar nicht zu zweifeln, weil der Herr Leguat einer von den ehrlichsten Reise-Beschreibern ist, die jemals die Feder ans Papier gesetzet haben, er bejahet: er meynet aber auch, daß man nicht gewiß wissen könne: wie diese Creatur in die Welt gekommen.” (Salmon 1733c, 111-12)[excerpt]

See also Holstein-Beck (AA 26.1: 126), based on Halle (1757, 549-51).

[2] [Ludolf] See Holstein-Beck (AA 26.1: 286), based on Ludolf (1681).

[3] [Schoosaffe] See also Holstein-Beck (AA 26.1: 127) and Hesse (AA 26.2: 153).


Textual Notes
[8°-Animals]

A transcription-key can be found in this window on the Start page.

ms 1


[a] An 'Uberhaupt' is crossed out.

[b] A 'Char' is crossed out.

[c] An 'f' or 'h' is overwritten by a 'v'.

[d] A 'Mo' is crossed out.

[e] A 'Pfer' is crossed out.

[f] Reading 'der' as 'dem'.

[g] A closing-parenthesis is crossed out.

ms 2


[a] 'Race' is written above a crossed out word.

[b] A 'Lappla' is crossed out.

[c] Reading 'ist' as 'sind'.

[d] Reading 'ber.' as 'berichtet'.

ms 3


[a] A 'so wie' is crossed out.

[b] A 'zu' is overwritten by 'an'.

[c] Reading 'die' as 'den'.

ms 4


[a] An 'auf'(?) is crossed out.

[b] A 'ge' is crossed out.

[c] A 'zu' is overwritten.

[d] An 'Arzt' is crossed out.

[e] Reading 'de Sole' as 'Desault'.

ms 5


[a] Reading 'Mertell' as 'Martell'.

[b] Reading 'Abd¿¿¿¿' as 'Abd al-Rahman'.

[c] Reading 'die' as 'den'.

[d] A 'wenn'(?) is crossed out.

[e] A 'rohe'(?) is overwritten.

[f] A 'sie' appears to be overwritten.

ms 6


[a] 'm??' is overwritten.

[b] An illegible word is crossed out.