Ontology (§§180-239)




Signature A: Nachl. Johann Gottfried Herder XXV.46a/1 (4°, 4 pp., Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)


One 4 pp. 4° signature (14 x 22.25 cm), numbered 1-4 by a librarian. Paper has a crown watermark. Each page is fully covered with notes in pencil (two words are rewritten in dark brown ink), most of which are clear, although the bottom half of ms 2 is badly smudged. A fold in the middle of the signature further obscures a line of text on the first page. Very likely written in the classroom. Concerns Baumgarten, §§180-239 (ontology). Printed at AA 28:8431-8497.

This is almost certainly the basis of a set of notes re-written and amplified at home, in ink, of which Nachl. Johann Gottfried Herder #19 is a part; the corresponding text is printed at AA 28: 22-30. As such, this provides a good example of the extent to which Herder altered the notes written down in the classroom.


[XXV.46a/1(1)] ms 1



[Caput II
Praedicata entis interna disiunctiva
Sectio VI
Prima matheseos intensorum principia, §§165-90]

[1] / 180[2] Robur leges ist ˚nicht so ˚groß: kan extens:ive ˚groß sein.

/ Ges.etz ist stark intens.ive ˚wenn Dinge ihm mehr ʾconform ˚sind extensive ˚wenn mehr Dinge ihm ʾconform ˚sind

/ ⁅Gesetz ist stark,⁆ waz mehr unter ˚sich ˚.hat z.E. [a] Doch bemühen wir uns sehr um allgemeine

Regeln. [184]Die Metaphysik ¿¿¿¿ hat Einheit Vollkommenheit Wahrh.eit[3] ʾconformitas ˚der bestimmungen ˚eines Dinges ˚.mit ˚dem Saz des

Wiederspruchs: dies ist ˚nichts ˚eine ˚Größe als @indem@ @eines@ etliche mal ges.etzt s.ey – folgl.ich kann es vermindert

˚werden: Nun k.ann hier ˚nichts verminderten ˚werden folgl.ich ˚.hat die Metaphysische Wahrheit Einheit Vollk.ommenheit ˚keine ˚Größe Denn waz

gar ˚nicht k.ann vermindert ˚werden, ˚hat ˚keine ˚Größe. [185] Andere Arten von Wahrheiten, Einh.eit Vollkommenheit haben ˚Größe z.E. logische Wahrheit

Vollkommenheit. heterogenea können gar ˚nicht verglichen ˚werden: folglich gibts ˚keine Grade.[4] Aber bei zufälliger Vollkommenheit

ist ˚Größe möglich [188] ˚Die Zufälligk.eit ˚hat ihre Grade: s.ie besteht in ˚der Möglichkeit des Gegentheils. Möglichkeit @hat@

Grunde: hypoth.etische absolut.e. hypothet.ische[5] mit mehr Bedingungen. [189] Veränderlichkeit ˚die reciproqve

Folge ˚der Zufälligk.eit ist ˚groß in Abs.icht ˚.auf ˚die Bedingungen. Einh.eit je mehr Dinge je mannichf@acher@

sie ˚aus ˚einem Grunde fließen: je mehr ˚.aus weniger Gründen. 190.[6] Veränderung je ˚größer die Best:immung quo magis

ʾsunt opposita, sibi succedentia: eo major est mutatio ˚Die real oppos.ition ist ˚größer als

˚die negation folglich ist die Veränderung in deren realoppos.itis ʾsibi succedentibus ˚größer.

/Sect.io VII
[Substantia et accidens, §§191-204]

Praedicatum logicum nach ˚der Regel ˚der Ident:ität.[b] ˚Wenn ˚.ein Ding in Abs.icht gewißer

Praedicate undeterm.inirt ist, ˚.und doch ˚.ein rationem determin.andi ˚hat: so ist dies Praedic.at eine de~

termination z.E. Cirkel gleichwinkelicht ist. In Ansehung ˚eines Praedic.ati logici kann

˚.ein Ding ‹˚nicht› unbest.immt s.ein aber in Abs.icht ˚einer Determ.ination wohl, ˚die ˚aus ˚einer ratione [c] determinandi folgt

Determ.inatio qua vere positiva, est Accidens. z.E. gelehrtheit beim Menschen

Dies ist ˚nicht definitio ˚sondern blos wahrer Saz [191] Autor: Accid.ens quod ʾnon potest exsisterer nisi ¿¿

[d] @ut determinatio alterius[7] Gedanke Wort Bewegung substans ............... Demnach Accidens nicht waz@

˚.wie Determination exsistiert, ˚sondern waz ˚nicht anders exsistiren kan. Roth am Hause blos ˚die

wahrhaftig positiven Determ.inationen ˚nicht ˚die Negationen sind Accid.entia. 192:[8] Bewegung kan in~

haerendo blos exsist:iren Seele subsist.entia ist ˚nicht nothwendig ˚eine Determination ˚.von andern [197] ˚Die Ex~

sist.enz ˚der Accid.entia ist ˚.ein Rationatum s.ie fodern ˚einen Real Grund zum Das.ein:[9] @und dies@

ist ˚der Grund ˚der InhaerenzSubsistentia fodert ˚keinen Realgrund. || ˚Eine jede bestimmung ˚der Dinge, ˚die ˚einen

RealGrund heischt ˚wird ˚durch waz anders ges:etzt ˚und ˚der nexus ˚eines Realgrund ˚.mit Realfolge wird ˚nicht ʾper re~

gulam identit.atis ˚.eingesehen, er kan also ˚nicht ˚.durch ˚.ein Urteil ˚ausgedrükt seyn: z.E. Feuer Zer@störung@

Wachsamkeit ist real nexus kan ˚nicht ʾper reg.ulam ident.itatis ˚eingesehen @werden@. ˚Der[e] respectus ˚eines logischen Grundes zu

s.einer Folge k.ann ˚durch ˚ein Urteil ˚ausgedrukt ˚werden ‹1)›[f] ˚Der respectus des Realgrundes ˚nicht ˚sondern ist ˚ein simpeler Begriff ‹2)›[g]

/ 1) z.E. die Folge ˚der Nothwendigkeit ˜Gottes ist ˚die Unveränderlichkeit. In ˚der ganzen Mathematik ˚sind logische Gründe ˚und Folgen

/ 2) ⁅z.E.⁆ ˚der Wille ˜Gottes ist ˚der Grund ˚.vom Das.ein ˚der Welt k.ann ˚nicht logisch ˚ausgedckt ˚werden: ˚sondern ist ˚.ein simpler Begriff

/ Dieser Begrif heißt Kraft z.E. Stoßen ˚der Körper: unsere ˚Einbildungskr.aft bringt deutliche

Begriffe ehedem gehabter hervor. ˚Das praedicat selbst ist hier ˚der respectus. ˚Den nexum ˚der Real[h]

Gründe können wir blos ˚durch Erfahrungen ˚.einsehen: z.E. ˚daß ˚ein Wasser flüßig ist ˚nicht ˚durchs Gesicht a pri~

ori blos durch[i] logischen Nexum = ˚Der Mensch kann aber ˚nicht ohne Urtheile vernünftig denken

Wir denken ˚von ˚den Kräften vernünftig

/     in so fern wir suchen ˚einen erkanten realgrund ˚durch die regula identitatis ˚einem andern

bekanten unterzuordnen – GrundKraft ˚der nexus ˚der ˚.aus ˚keinem andern herzuleiten[j] ist z.E.

von ˚der Seele ˚sind ˚EinbildungsKraft ˚und d er innerlicher Sinn ˚.einerlei[k]

[datum: 24.11.2013 / 28.05.2014 / 21.06.2017]


[XXV.46a/1(2)] ms 2



˚Die philosophische Pflicht ist ˚einen realgrund dem andern unterzuordnen – zu sehen, @ob die@ ˚eine

Kraft ˚eine logische Folge ˚der andern sey, ˚und also die Grundkraft ˚aufzusuchen: Je weniger Dingen @eine@ ˚aus

zufinden – ˚.Man muß s.ie ˚auf ‹so› wenige bringen als mögl.ich. Kraft ist ˚der respectus des Grundes ˚nicht ˚.wie ˚der Aut.or will

waz ˚den Grund enthalt 199.[1] ˚Die Substanz ist ˚keine Kraft ˚sondern s.ie ˚.hat ˚eine Kraft – ˚das Feuer ˚.hat ˚.eine erwärmende Kraft

192.[2] ˚Der respectus ˚einer substanz zum accidente inhaer.ente ist | ˚der Realgrund – Kraft: folglich ist ˚der Grund

˚einer Inhaerenz ein Realgrund. ˚Die Eßent.ialia eßent.iae ˚sind ˚nicht determinationen ˚sondern logische praedicat

ohne s.ie kann ˚ein Ding ˚nicht gedacht ˚werden – in Ansehung ihrer muß es also der Mensch[a] stets determinirt s.ein

folgl.ich kan s.ie ˚keine determ.ination s.ein z.E. Vernunft ist ˚keine determination ˚kein accidens – s.ie kan ˚nicht inhaeriren

also alle eßent.ialia ˚werden als logische praedicate, ˚nicht als Accid.enzen ˚sondern ʾper regulam id.entitatis gesezt

/ 196.[3] Bei ˚der begrif ˚der substans ˚wird ˚das subject ˚.mit allen accidenzen ˚zusammengenommen. Aber diese accidenzen müßen

doch ihren Realgrund in ˚der substanz haben. Dies ˚wird unterschieden, heißt substantiale, ‹˚das waz› ˚den Real

Grund aller inhaerirenden [b] Accid.enzen ent‹halt› Dies können wir nie ˚.einsehen. ˚Der lezte Realgrund:

Eßentiale ist ˚das 1ste, waz ˚den lezten log.ischen Grund enthält. substantiale enthält ˚den lezten

Realgrund ˚.von all.en inhaerirenden Accident.en. ˚Das substanz ist ˚.keine ˚sondern ˚hat ˚eine Kraft ‹(ist blos respective / den substantiis)›[c] ˚und ˚eine jede muß

˚eine Kraft haben. 193.[4] accid.ens ˚das ˚durch ˚eine ʾconfuse Vorstell.ung als Substanz gedacht ˚wird z.E. Raum

Farben 200:[5] Subst.anz ⁅˚das ˚durch ˚eine ʾconfuse Vorstell.ung als⁆ accid.ens gedacht ˚wird z.E. Seele.

201.[6] z.E. d.er Schatten kühlt: die Kälte trocknet ˚und Tugend beruhigt 203. die ˚Größe ˚der Kraft komt

˚auf die ˚Größe ˚der Folgen an, da˚.von etwaz ˚den Realgrund enthält 204.[7] Die Dynamic[d] ist ˚eine M¿¿¿

@vis@ intensiva.

Sectio VIII.
[Status, §§205-23]

suppositum ist ˚einzelne substanz. In ˚einer jeden substanz ˚sind determinationes

˚.und accidentia fixa ˚die unabtrennlich ˚sind – ˚Die logische Praedicata ˚sind ˚.auch unabtrenlich ˚aber

[e]@man kann sie doch alle nennen: ja aber die Inhaerenz der@ accidenzen status ext:ernus ˚.und @internus@. 209.[8] Modificatio ˚die Veränderung

@des innern Zustands:@ des @ausern@ variatio 210[9] Kraft respectus rationis realis @erga@ accidens

@est Vis status vis sive substantiae@ est actio: z.E. Gedank:e – ˚Aus ˚der Kraft folgt

@noch nicht logisch die Wirkung – der status zu@ handeln muß gesucht werden: Eine jede Kraft muß den

@zureichenden Grund von der Actualität der Wirkung haben.@ Kraft ˚die Beziehung in so fern s.ie vor ˚sich den

@innerlich gnug zureichenden Grund ......... enthält der Accidenzen. Der Zustand@ einer Kraft, da s.ie ˚den zureichenden Grund, so

@wohl innerlich als im äußerlichen nexu der Inhaerenz eines@ Accidens enthält z.E. ˚die Kräfte ˚der

@Seele wirken oft wegen äußerer Umstände nicht Leiden die Inhaerenz des@ Accidens @davon der@

@zureichende Grund in einer andern, ganz von ihr verschiedenen Substanz enthalten ist@ .................

................... Kan das waz in einem Verstande handelnd heißt, auch leidend heißen Responsio

Ja ˚.und ˚das @Leiden@ kann die @stärkste Handlung@ s.ein @z.E. Lehrer – Schüler die@ Aufmerksamkeit @des@

handelnden, ist ˚.auch die@jenige@ des Leidens § 212[10] ............... ................ nach eignen Gründen ist

des handelnden: ˚durch die Gründe @eines@ andern ideal:ischer influxus: ˚die Bekehrung ˜Gottes real influxus

Alle ˚Einflüße @in ˚der@ Natur ˚sind idealisch – @Kein ander@ Exempel ist @vom real influxus als ein Wunder die@ Empfindungen äußerer Gegenstände

enthalten ˚den Grund aller @unserer@ Handlungen – ˚Die @menschen@ ˚die da @leiden müssen@ ˚.auch @handlen 213@[11]

@Kutscher active Wirkung@ ˚wenn er Zügel anzieht Reactio actio patientis in agens

@opposita actioni@ agentis 214.[12] je mehr accid.enzen gewirkt ˚werden: ists größer

[datum: 28.05.2014 / 21.06.2017]


[XXV.46a/1(3)] ms 3



˚eine körperliche Welt, ˚oder ˚eine Seele zu schaff:en ist Empfinden kleiner als Urteilen.

/ [216] resp:ectus substant.iae erga accidens quatenus rationem suff.icientem interne ej:us ʾcontinet est vis[1]

Deßwegen ˚wirds noch ˚nicht wirkl.ich s.eine Kraft kan quo ad interna ˚nicht aber ad externa

˚Eine Vermögen ist ˚eine unzureichende Kraft. ˚Eine Substanz ˚.hat Vermögen in so fern s.ie ˚den Grund ˚des Moglichkeit ˚eines

Accidens enthält. ˚Eine Menschliche Receptivität (Fähigkeit) Mogl.ichkeit zu leiden: alle

leidende Kfte müßen sehr thätig s.ein.[a] Wo diese facultas ˚nicht ist ist ˚auch ˚keine receptivität

˚Ein Stein ˚der ‹˚nicht› verbrent 217[2] Donum didacticum est facult.as idealis ˚der Schüler receptivitas idealis

/ 218. 19.[3] Ein Ding kan absolute nicht aber hypothetice ˚.ein Vermogen haben z.E. Freigebigkeit

Staat regieren. ˚Eine größere bedingt Vermögen habitus 220.[4] todte ˚und lebende Kraft.

quatenus ratio suff.iciens interne etc. non plene statim suff.iciens est: complementum

ad suff.icientiam extern.am macht s.ie lebendig. [b](Todte Kraft ist unzureichend, entweder innerlich (˚.ein

Kind ˚einen ˜Centner ˚aufzuheben) ˚oder ˚.auch äußerlich 221. 22.[5] Impedimentum ist ‹logisch ˚oder ˚eine› ‹jede Entgegensetzung[c]Resistentia positive

entgegengesetzt Negation logice – ˚die fehlenden fahigkeit des Schülers – ˚das Niederreißen ˚eines Hauses

waz gebaut wurde. Hinderniß ist genus Wiederstand species 223.[6] propius ˚wird dem mittelbaren

˚durch ˚viele Zwischengrade entgegenges.etzt unmittelbar gegenw.ärtig, waz ˚den unmittelb.aren Grund ˚der Inh.aerenz

˚der Acc.idenzen in ˚sich hält. prox.ima praesentia mutua, si substantiae mutuae in se influunt

Alle Dinge in ˚der Welt ˚sind ˚.einander mutuo gegenwärtig. ˜Gott wirkt immed.iate in die Geschöpfe

aber ˚nicht praesentia mutua s.ie wirken ˚nicht zurücke. praesentia mutua est compraesentia. –

/ ˚Die Compraes:entia immed.iata est contact.us ˚wenn s.ie unmittelb.ar ˚einander gegenseitig

gegenwärtig ˚sind: (falsch ˚die Berührung ˚wird allein ˚durchs Gefühl ˚einwirkt ˚nicht ˚durchs Gesicht: Descartes[d] merkt

recht an, ˚daß wir ˚keine Idee des ʾcontactus als durchs Gefühl. – – ˚.Ein jeder Körper ˚hat ˚eine Wiederstehungs[e]

Kraft, ˚daß ˚.ein anderes ˚den Raum ˚nicht ˚einnimt. Dies ist ˚die Un˚durchdringlichkeit

/ Contactus ʾest mut.ua ʾcompraes.entia immediata virium impenetrabilitatis. Alle Berührung

ist ˚durch Bewegung. Aut.ors Def.inition ist 1) wahre Saz, ˚daß s.ie mutua ʾcompraesentia immed.iata ist, aber ˚nicht jede

mutua etc. ist ʾcontactus. ˚.Man ˚.hat ‹@recht@› gemeint: Dinge, ˚die in ˚.einander unmittelb.ar wirken, berühren; aber

˚nicht: Dinge ˚die ˚nicht ˚einander berühren, wirken ˚.auch ˚nicht unmittelb.ar in ˚einander. Newton Attraktion

– Geister

Sect.io VIIII.
[Simplex et compositum, §§224-29]

224.[7] Ens ʾcompos.itum strict.e dictum ist ˚nicht ˚.von Erhebl.ichkeit quadrirt ˚nicht ˚auf die ˚Zeit

Jedes Compositum ist totum – (habet partes) totum aut ex subst.antiis (cuj.us partes subst:antiae) [aut] ex accidentibus

Raum ˚Zeit ˚sind tota ex accid.entibus. Dies könnte ˚.man ideale nennen. Compos.itum ex substantiis a

est reale. Componi, ˚eine Determ.ination in so fern ˚die ˚zusammen genomenen Theile in nexu ˚sind

aut reale – aut [logica][f] modus compos.itionis ˚das Merkmal ˚der ˚Zusammensezung, das s.ie unter~

scheidt 227.[8] Ortus ist ˚nicht völlig gut. ˚das ˚nicht exsist.irende k.ann ˚nicht verändert ˚werden: doch konnte

es vielleicht ˚nicht erkl.ärt ˚werden.

[Sectio] X.
[Monas, §§230-45]

[230] Monas[9] heißt sehr füglich ˚Einheit. Denn alles ist ˚ein Ag-

gregat. Im Vniverso ˚sind Dinge zusammenges.etzt – s.ie können versetzt ˚werden – doch bleiben ˚die

Theile. Es konnen also Dinge exs.istiren ˚die ˚.von ˚der ganzen Welt abgesondert ˚sind Dies k.ann ˚nicht det.erminirt

s.ein sonst könnte es ˚nicht getr.ennt ˚werden folgl.ich ˚sinds Subst.anzen Es gibt also substanzen ˚die

als Theile allein existiren ˚werden ˚Die ˚Zusammensezzung ist ˚.ein zufälliger nexus – ˚.ein Accidens

– sehr veränderlich – Es gibt also compos.ita ex substantiis.

[datum: 26.11.2013 / 29.05.2014]


[XXV.46a/1(4)] ms 4



[a]        Diese haben materiale ˚die Substanzen selbst: form.ale die Zusammensezzung[b]

         Bei jedem ʾcompos.ito reali kann ˚die ˚Zusammensezzung ˚aufgehoben

         ˚werden: doch bleiben ˚die subst.anzen: also waz übrig bleibt, ˚wenn alle

         ˚Zusammensez.zung ˚aufgehoben worden ist ˚nicht ˚zusammenges.etz – ˚.einfache –

         (monas) ˚Wenn compos.ita realia ˚sind so ˚sind ˚.auch Monaden

         E. Erde. Die Eigenschaften ˚der monas? haben s.ie ˚hat ˚keine Theile

         (substantiae) @gibt@ ˚.auch positive: ˚.Eine jede Substanz ˚hat Kräfte

176[c]          kan ˚viel Grundkräfte haben: pluralitaet von accidenzen [d]

Seele ˚sind ˚viel Kräfte. subst.antia simpl.ex quae ʾnon est totum ex substantiis.

monas primitiva corporis = Bei jeder Composition des real.en Compositi

müßen ˚.einfache Theile 236.[1] cuj.us pars praeexsistit, ʾnon est ex nihilo, cujus pars nullus praeexsistit

est ex nihilo 238. 39[2] Wir find.en ˚daß in ˚den Mannichfaltigen des Vniversi Dinge Lagen

Ausdehnung – Raum – Wir sehen den Raum als Unterschieden ˚.von ˚der Sache

an, ˚der blos ˚.ein Das.ein recip:irt wir nehmen [in] ˚den Raum Örter: ˚der Ort (Punkt) ist ˚nicht

Raum. Punkt ˚das waz ˚keine Theile ˚.hat ist ˚keine Definition = ˚sondern ˚der Ort im Raum Im Raum

gibts also Örter. – ˚.ein Ort im Raum ist Punkt – ˚Kein Punkt nimt Raum ˚.ein –

bey ˚den Raum ˚sind Lagen – ‹wo› Lagen ˚sind, ˚sind äußere Best.immungen – wo ˚keine bestimmung ist

ist ˚keine lage – Raum respectus – ˜Gott subsistirt ˚.einzig – fallen alle relationen

weg; es muß doch Raum s.einIm Raum ˚sind relationen er kan ˚nicht stattfinden bei

˚einem ˚einzigen subj.ect wo ˚kein Correlat.um ist, noch weniger wo ˚keine substanzen ist, da können ˚.auch ˚nicht

positus s.ein. – Bei ˜Gott, in so fern er allein ist, ist ˚kein Raum? ˚Wenn ˜Gott ˚.und ˚eine andere @Su@bstanz ist

ist ˚.auch ˚kein Raum mögl.ich Lemma [e] Alle Rel.ationen im Raum ˚sind mutuae. (Paris

liegt Mittag, London Mitternacht) ˚Keine Relat:ion k.ann s.ein ohne ˚den Grund ˚der Best.immung in ʾconielato

relat.io ist Best.immung ˚die ohne ˚ein anders ˚nicht k.ann verstanden ˚werden. Im Raum ˚sind also mutuae actiones

respectus Zwischen ˜Gott ˚und ˚einer erschaffen [Welt] ist ˚kein mutuus influxus[f] ˚weil ˜Gott in s.ie; nicht aber s.ie in

˜Gott wirkt, ˚und ˜Gott ˚nicht leidend ist [g] dependentia mutua in determinationibus externis im Raum

˚Wenn ˜Gott ˚und mill.ionen Subst.anzen exsist.iren kann k.ein Raum, zw.ischen ihnen ˚.und ˜Gott s.ein. Aber ˚wenn ˚viele erschaffne

Wesen, ist Raum unter ihnen mögl.ich; denn ˚eine kan in ˚der andere wirken. = Nun bestehet

aber ˚der Raum ˚nicht in ˚der rel.ation etc. ˚sondern in jedem Raum ˚sind äußere Bestimmungen. = = ˚Der Raum be-

steht ˚nicht ˚aus ˚.einfachen Theil.en (˚Das heißt ˚nicht er ist ins unendliche theilb.ar) In jedem R.aum @sind@ –

gerade l.inie mögl.ich – bei jeder ist ˚eine ʾperpend.ikulare l.inie mögl.ichparall.elen[h] l.inie ˚den aber Waz nicht ˚aus ˚.einfachen

Theil.en besteht, in ˚den ist nicht ˚.ein subj.ect ˚der ˚Zusammensezzung, denn waz ˚nicht etc. da˚.von bleibt ˚nichts

übrig, ˚wenn alle ˚Zusammensez.zung ˚aufgehoben ˚wird; denn ˚das müste ˚einfach s.ein waz überbleibt

˚Das waz k.ein innere Subj.ect ˚der Zus.ammensezzung ˚.hat deßen Wesen muß blos ˚Zusammensezzung s.ein; ˚der Raum

˚.hat ˚kein erste Subj.ect ˚der Zus:ammensezzung = = ˚Kein Raum ist an ˚und vor ˚sich mogl.ich ˚wenn ˚nicht ˚ein~

fache substanzen gegeben ˚werden: Denn Zusammensezzung ist als Accidens ohne substanz ˚nicht @mogl.ich@[3]

[datum: 27.11.2013 / 29.05.2014]


Explanatory Notes
[Ont 180-239]

ms 1


[1] [¶] These four manuscript pages, written out in pencil, overlap with about nine manuscript pages of notes written in ink from Ont/Cos 1-450 (namely from the end of B6 until near the end of C6). Click on the '¶' to open this text from Ont/Cos 1-450 in a separate window. The pencilled notes appear to be Mitschriften written in the classroom, and the notes in ink are Reinschriften prepared at home. A side-by-side comparison of these two texts is also available.

[2] [180] See the corresponding note to Baumgarten, §180, at Ont/Cos-B6.

[3] [Einheit Vollkommenheit Wahrheit] Baumgarten treats these three concepts separately in §173 (unity), §184 (truth), and §185 (perfection). Brought together like this, one is reminded of Kant’s discussion in the CPR:

“In every cognition of an object there is, namely, unity of the concept …. Second, truth in respect of the consequences. … Third, finally, perfection.” [B 214]

And see the corresponding note to Baumgarten, §184, at Ont/Cos-B6.

[4] [gibts keine Grade] Baumgarten, §185, discusses perfection (agreement of many things in one thing) and its degrees, which Kant is clearly rejecting here.

[5] [hypothetische absolute] Kant is discussing Baumgarten, §188 here. Baumgarten distinguishes between absolute contingency (where the opposite is absolutely possible) and hypothetical contingency (where the opposite is only hypothetically possible) at §104.

[6] [190] See the corresponding note to Baumgarten, §190, at Ont/Cos-C1.

[7] [Accidens ... alterius] A verbatim quote from Baumgarten’s definition of an ‘accident’ (§191). And see the corresponding note at Ont/Cos-C1.

[8] [192] See the corresponding note to Baumgarten, §192, at Ont/Cos-C1.

[9] [Real Grund zum Dasein] From here to the end of the manuscript page, Kant is discussing Baumgarten, §197, a short paragraph noting that the inherence of accidents in a substance requires a ground in that substance, which is called ‘power’ [die Kraft; vis].

ms 2


[1] [199] Kant is disagreeing with Baumgarten, who claims here that every substance is power (§199).

[2] [192] Baumgarten, §192, was also briefly discussed above, and see the corresponding note to Baumgarten, §192, at Ont/Cos-C1.

[3] [196] See the corresponding note to Baumgarten, §196, at Ont/Cos-C2.

[4] [193] See the corresponding note to Baumgarten, §193, at Ont/Cos-C1.

[5] [200] See the corresponding note to Baumgarten, §200, at Ont/Cos-C2.

[6] [201] See the corresponding note to Baumgarten, §201, at Ont/Cos-C2.

[7] [204] Baumgarten, §204, defines ‘dynamics’ as as ‘science of powers’ (alongside ‘mathematical dynamometrics’).

[8] [209] See the corresponding note to Baumgarten, §209, at Ont/Cos-C3.

[9] See the corresponding note to Baumgarten, §210, at [210] Ont/Cos-C3.

[10] [212] See the corresponding note to Baumgarten, §212, at Ont/Cos-C3.

[11] [213] See the corresponding note to Baumgarten, §213, at Ont/Cos-C3.

[12] [214] See the corresponding note to Baumgarten, §214, at Ont/Cos-C3.

ms 3


[1] [est vis] This paragraph is discussing Baumgarten, §216, on which see the corresponding note at Ont/Cos-C3.

[2] [217] See the corresponding note to Baumgarten, §217, at Ont/Cos-C4.

[3] [218. 19.] See the corresponding note to Baumgarten, §218-19, at Ont/Cos-C4.

[4] [220] See the corresponding note to Baumgarten, §220, at Ont/Cos-C4.

[5] [221. 22.] See the corresponding note to Baumgarten, §221-22, at Ont/Cos-C4.

[6] [223] See the corresponding note to Baumgarten, §223, at Ont/Cos-C4.

[7] [224] See the corresponding note to Baumgarten, §224, at Ont/Cos-C4.

[8] [227] See the corresponding note to Baumgarten, §227, at Ont/Cos-C5.

[9] [Monas] The argument in this paragraph is garbled. Herder improves it in his re-write at Ont/Cos-C5. And see the corresponding note there to Baumgarten, §230.

ms 4


[1] [236] See the corresponding note to Baumgarten, §236, at Ont/Cos-C5.

[2] [238.39.] See the corresponding note to Baumgarten, §238-39, at Ont/Cos-C5.

[3] [nicht möglich] This argument is developed more fully in Herder’s re-write at Ont/Cos-C6.


Textual Notes
[Ont 180-239]

[Here is a mark-up key for the transcription.]

ms 1


[a] '¿¿¿¿¿¿¿¿' is crossed out.

[b] 'Ident:' is written in a dark brown ink.

[c] An 'es' is written in a dark brown ink, just slightly below the line.

[d] A fold in the paper runs through this line, leaving much of it illegible.

[e] '˚Der' overwrites 'Alle' in the manuscript.

[f] '1)' is written above the line, and indicates insertion of the similarly numbered example, written below.

[g] '2)' is written above the line, and indicates insertion of the similarly numbered example, written below.

[h] 'Real' is not legible here, but is suggested by both the context and the corresponding passage at Ont/Cos (C2).

[i] Reading '˚den' as '˚durch'.

[j] 'herzuleiten' is obscured after the 'h', but this reading is suggested by 'herzuleiten' in the corresponding passage at Ont/Cos (C2).

[k] There is room for an additional line under this and a few discernible pencil markings, including a 'des' (of the) written under 'Seele'.

ms 2


[a] 'es' is written above 'also', following which is 'der Mensch', which might be crossed out. In the clean copy at Ont/Cos-C2, 'ein Ding' is written in this place.

[b] An 'Instanzen' is crossed out.

[c] This parenthetical text, without the parentheses, is written (in two lines) above '˚und ˚eine jede muß', with a line surrounding it, but not clearly inserting it.

[d] 'Die Dynamic' is written over 'Mathem'.

[e] A horizontal crease in the sheet is just above this line of text. Much of the pencilled text below the crease is badly rubbed away.

ms 3


[a] Reading '˚sich' as 's.ein'.

[b] This left parenthesis appears to have no mate.

[c] 'logisch ˚oder ˚eine' is written above, and '@jede Entgegensetzung@' is written below a crossed out '@negative@'. A '+' follows 'Entgegensetzung'.

[d] Reading 'Cartes' as 'Descartes'.

[e] Only the initial 'W' is legible here, but the corresponding passage at Ont/Cos (C4) reads 'Wiederstehungs'.

[f] 'logica' replaces a blank space. It is the expected companion to ‘reale’, of course, and we also find Refl. #3591 (AA 17: 76) written here in Kant’s copy of Baumgarten: “Weil aller nexus logicus oder realis ist.”

ms 4


[a] A list of six items was written in brown ink in the top-left corner of this page, around which are written the lecture notes in pencil: "= 2 Hemd / = 4 Strumpfe / = 2 Hälschen / = 5 Manschete / = 1 Händtuch / = 1 Wr.??". The second line of text written in pencil begins with '4 hemd', which appears to be a continuation of this list, and so has been omitted.

[b] 'die Zusammensetzung' is illegible here, but the surrounding text is otherwise verbatim with the corresponding passage in Ont/Cos (C5).

[c] '176' is written in large numerals, in pencil, and directly under the laundry list, to which it presumably belongs. 'kan' follows a gap, and is written under the end of the parenthetical word in the above line.

[d] '¿¿¿¿' is crossed out.

[e] A 'zwischen' is crossed out.

[f] 'influxus' is written above a crossed out nexus'.

[g] An insertion sign (a slanted flag with two branches) is written here.

[h] Reading parrall.elen as parall.elen.